Fundraising: Der perfekte Job für das Studentenleben?

Von Marcus B. am 31-10-2016 0 Kommentare | 197 Views

Zwischen Klausuren, Hausarbeiten, Exkursionen, Vorlesungen und AGs kostet das Studi-Leben Geld. Man will sich ja auch mal was leisten können. Also was tun? Regale einräumen? Inventur machen? An der Kasse Zeug über den Scanner ziehen?

Die am häufigsten genannten Kriterien für den passenden Job neben dem Studium sind: Freie Zeiteinteilung in Abstimmung zum Semesterplan, guter Verdienst, angenehmes Arbeitsumfeld. Vielleicht sogar reisen? Und Lebenserfahrung sammeln? Und Sinnhaftigkeit bzw. Nachhaltigkeit der eigenen Arbeit?!

Viele NGOs, also nicht staatlich gelenkte und größtenteils auch von Religionen unabhängige Organisationen, sind deutschlandweit unterwegs und bieten eben diese Möglichkeiten. Besonders im face-to-face fundraising –abgekürzt: f2f - werden für eine Vielzahl an Hilfsprojekten Leute gesucht, die im direkten Gespräch den Alltag der Passanten aufwirbeln und sie für die gute Sache begeistern. Ziel ist die Gewinnung von Spendern, mit deren Unterstützung, wie im Fall von Save the Children, Kindern weltweit Leben und Hoffnung geschenkt werden kann. Die Tätigkeit bei den unterschiedlichen Organisationen ähnelt sich in vielen Punkten. So wird in der Regel im Team gearbeitet. Mit zwei, drei, vier Gleichgesinnten beginnt der Tag früh. Das Material muss vorbereitet, der Infostand aufgebaut und der Geist geöffnet werden. Der Tag kann beginnen. In belebten Fußgängerpassagen, Shopping Centern, Einrichtungshäusern oder an ganz außergewöhnlichen Orten zum Fundraising wie z.B. bei Festivals oder Konzerten werden aktiv die Menschen angesprochen.

Mit der entsprechenden Vorbereitung und Schulung auf das jeweilige Thema und die Art und Weise gelingt es, in wenigen Minuten die Augen der Passanten zu öffnen und sie als Unterstützer zu gewinnen. Wie die Ausbildung und Vorbereitung im Detail aussieht, hängt von der NGO ab. Viele Organisationen arbeiten mit spezialisierten Agenturen zusammen, die viel Erfahrung im face-to-face fundraising haben und für mehrere Auftraggeber tätig sind. Dem gegenüber stehen sogenannte „Inhouse“-Projekte. In diesem Modell wird ausschließlich das eigene Thema geschult. Grundsätzlich ist zu sagen, dass das veraltete Bild von Drückerkolonnen längst passé ist. Sicher gibt es hier Unterschiede in der Herangehensweise, jedoch sollte das „schlechte Gewissen“ nicht Grund für die Unterstützung sein.

Unterschiedlich sind auch die Dauer der Einsätze, die Einsatzgebiete sowie die Gehaltsmodelle. Bei Save the Children haben wir uns dazu entschieden, jeweils ganze Woche in einer Location, die zwischen Passau und Kiel und Dresden und Trier liegen kann, unterwegs zu sein. Die Arbeitswoche beginnt am Sonntagnachmittag mit der Anreise in die gebuchte Ferienwohnung. Dort trifft sich das Team. Teils kennt man sich schon und umso herzlicher fällt die Begrüßung aus. Am Abend führt der/die TeamleiterIn noch eine kurze Schulung durch. Thematisch geht es um das Gespräch, aktuelle Geschehnisse und Neuigkeiten aus der Projektarbeit. Auch mit lustigen Spielen und Geschichten aus der f2f-Welt kommt schnell die passende Einstimmung auf die Woche. Von Montag bis Samstag wird dann in der Zeit von 10 bis 20 Uhr – natürlich mit Pausen - um jeden Unterstützer gekämpft. Zwar muss sich jeder an die häufige Ablehnung gewöhnen, dafür ist jeder gewonnene Spender ein großer (persönlicher) Erfolg. Durch die vielen Gespräche und Einwände entwickeln sich zwangsläufig die kommunikativen Fähigkeiten, die sicher auch im Privatleben von Vorteil sind. Am Abend wird gern gemeinsam gekocht, mittwochs ist Bergfest und am Sonntagmorgen beginnt dann entweder die Reise zur nächsten Location oder die Heimfahrt.

Das Gehaltsmodell ist ebenfalls von Organisation zu Organisation verschieden aufgebaut. Oft wird ausschließlich nach erzielten Abschlüssen abgerechnet. Wir haben uns dagegen für ein zum Teil leistungsorientiertes Modell entschieden. Das gibt unseren Mitarbeitern eine gewisse Sicherheit. Und die ist notwendig, schließlich soll die Konzentration auf dem Passanten im Gespräch liegen und der Kopf frei für die gute Sache sein.

Zusammenfassend bietet f2f fundraising die perfekten Eigenschaften für die Arbeit neben dem Studium: freie Zeiteinteilung, Kontakt zu vielen Menschen, guter Verdienst und das Wissen, sich für eine wirklich wichtige und gute Sache einzusetzen.

Wenn ihr mehr über unsere Welt erfahren und euch ein Bild von unserer Arbeit machen wollt, schreibt fleißig in die Kommentare! ;)


Marcus Busch, HR Manager bei Save the Children Deutschland e.v. in Berlin

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