Dein erster Drucker – aber welcher?

Von Michael O. am 13-04-2017
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Drucker

Große Bürodrucker sind Studenten meist nur aus den Copy-Shops oder aus der Unibibliothek gewohnt. Für Zuhause eignen sich eher kleinere Varianten von Multifunktionsdruckern. Bild: fotolia © Andrey Popov (#105656183)

Der Markt an Druckergeräten ist nicht nur für Studenten mittlerweile unübersichtlich geworden, viele Varianten und Ausführungen verstellen oftmals den Blick aufs Wesentliche.

Wenn du dich dafür entschieden hast, von Öffnungszeiten und Tarifen des Copyshops deines Vertrauens endlich unabhängig zu werden, und auch mal mitten in der Nacht eine wichtige Examensarbeit für den nächsten Tag ausdrucken zu wollen, gibt es einige Aspekte, die du bei deiner Kaufentscheidung berücksichtigen solltest. Denn wie jeder andere willst auch du das Optimale für dich zu einem bestmöglichen Preis herausholen.

Ob Tintenstrahl- oder Laser-Multifunktionsdrucker – letztlich geht es allein darum, welche Druckgewohnheiten du hast. Mit klaren Vorstellungen wird es dir erheblich leichter fallen, dich trotz notorisch schmalem Geldbeutel und einem Angebots-Dschungel zurecht zu finden. Worauf kommt es beim Kauf eines Multifunktionsdruckers eigentlich an, was ist in jedem Fall zu berücksichtigen?

So vielfältig wie deine täglichen Aufgaben: Multifunktionsdrucker

Für viele Belange eines Studentenlebens werden immer wieder Scans und Kopien benötigt, ob für diverse Meldeangelegenheiten, Bafög-Bescheinigungen, dein Studienmaterial und vieles andere mehr. Allround-Geräte wie Multifunktionsdrucker sind für unterschiedlichste Anforderungen wie geschaffen und vereinen mehrere Geräte in sich: Sie sind gleichzeitig Drucker, Scanner, Kopierer und in einigen Fällen sogar Faxgeräte. Multifunktionsgeräte arbeiten dabei prinzipiell entweder als Tintenstrahldrucker oder Laserdrucker. Unter den Multifunktionsgeräten gibt es Modelle, die ausschließlich Schwarzweiß drucken sowie Farbgeräte.

Hast du viel mit grafischen Darstellungen und Aufbereitungen im Zuge von Seminar-Arbeiten zu tun, in die eventuell auch Fotos eingebunden werden sollten, musst du vergleichsweise für einen Farbdrucker tiefer in die Tasche greifen. Sollen es dagegen vorwiegend nur einfache Textkopien sein, lässt sich einiges an Budget für einen Schwarzweiß-Laserdrucker einsparen.

Multifunktionsdrucker punkten vor allem mit einem günstigeren Endpreis gegenüber einer Summe der einzelnen Gerätepreise. Hinzu kommt eine damit verbundene nicht wegzudiskutierende Stromersparnis, die gerade für Studenten ein nicht unerhebliches Kaufkriterium sein kann.

Und: Multifunktionsgeräte sind sehr kompakt und benötigen wenig Stellfläche – für deine eventuell kleine Studentenbude ein unschätzbarer Vorteil.

Die meisten Studierenden werden sich daher für einen Drucker mit Zusatzfunktionen wie Kopieren, Scannen und Faxen entscheiden – und das mit gutem Grund: Denn darüber hinaus bestechen Multifunktionsgeräte durch ihre

  • Vielseitigkeit: Mit einem Gerät kann gleichzeitig gedruckt, gescannt, kopiert und eventuell gefaxt werden
  • Flexibilität: Viele Arbeitsabläufe beim Erstellen von Seminarmaterial und -präsentationen können technisch nahezu in einem Arbeitsgang verrichtet werden
  • Kompaktheit: Es wird weniger Stellfläche benötigt
  • Praktikabilität: Installationsaufwand und Kabelaufkommen ist deutlich geringer.

Das solltest du wissen

Viele Hersteller und Vertreiber verdienen gerade an dem Zubehör wie Tintenpatronen und Tonern, die vergleichsweise teuer ausfallen. Das lukrative Geschäft hat gerade in Zeiten von Internet und Online-Handel eine Fülle an Anbietern auf den Plan gerufen, die ihre Produkte weltweit vertreiben. Zu den gängigsten Druckerherstellern zählen Canon, Brother, HP, Epson, Lexmark und Ricoh.

Farbpatronen sind je nach Modell und Druckgewohnheiten sehr kostspielig. Bild: pixabay © hoeldino (CC0 1.0)

Das Geschäft verlagert sich zunehmend auf moderne Drucker, die in ein Netzwerk eingebunden und über WLAN, Bluetooth, Ethernet oder AirPrint bedient werden können. So kann auch per WLAN und mit Hilfe von Apps oder AirPrint per Smartphone gedruckt werden.

Mittlerweile hat mehr als ein Drittel der deutschsprachigen Bevölkerung Zugang zu einem Tintenstrahldrucker im Haushalt, und auch unter Studenten die gängigste Druckervariante, da sie immer preisgünstiger in der Anschaffung geworden sind. Vorwiegend im Online-Handel vertrieben, kommen besonders preiswerte Modelle mittlerweile mit weniger als 50 Euro daher. Allerdings solltest du bedenken, dass sich viele Hersteller ein vermeintlich günstiges Schnäppchen im Nachhinein teuer bezahlen lassen, indem sie ihre Umsätze kräftig über teureres Druckerzubehör wieder reinholen. Da gilt es abzuwägen und sich vorab über die entsprechenden Zubehörpreise des betreffenden Modells zu informieren.

In der Regel fährst du mit einem Gerät im mittleren Preissegment am besten, da Hersteller ihre Gewinnmargen meist schon eingespielt haben und bei Zubehör eher moderat einpreisen. Zwischen zwei bis sechs Cent lassen sich durchschnittlich an Kosten pro Schwarzweiß-Seite kalkulieren, bei farbigen Seiten dagegen liegen die Preise zwischen fünf und fünfzehn Cent. Um die Seitenpreise niedrig zu halten, solltest du auf Markentinten mit hoher Reichweite zurückgreifen.

Enorm sparen kannst du auch mit wiederauffüllbaren Alternativtinten in Refill-Patronen. In einem aufwändigen Recycling-Verfahren werden dabei leere Originalpatronen gereinigt, industriell wiederaufbereitet und mit Tinte wiederaufgefüllt.

Tintenstrahldrucker versus Laserdrucker

Bei beiden Systemen kommt die Farbe in unterschiedlicher Weise aufs Papier: Der Tintenstrahl-Drucker trägt die Farbe tröpfchenweise aufs Papier auf, während beim Laserdrucker eine unterschiedlich geladene Walze den Toner im sogenannten Xerox-Verfahren aufs Papier überträgt. Dabei wird für die Belichtung der Bildtrommel der Laserstrahl zeilenweise über rotierende Spiegel abgelenkt. Im Tintenstrahl-Verfahren kommt dementsprechend Tinte zum Einsatz, im Laserverfahren Toner.


Ob die Entscheidung auf einen Tintenstrahl- oder Laserdrucker fällt, hängt von den Druckgewohnheiten ab und welche Druckergebnisse erzielt werden sollen. Bild: pixabay © manuelwagner0 (CCO 1.0)

Laserdrucker schneiden bei Textseiten besser, bei Fotos schlechter ab. Tintenstrahler haben die Nase in punkto Bildqualität klar vorne und sind besser für Fotoausdrucke geeignet, was besonders beim Bedrucken von Hochglanz-Papieren, Folien und Textilien zum Tragen kommt.

Laserdrucker drucken dagegen erstens schneller, zweitens fällt der Toner-Verbrauch im Vergleich zu Tintenpatronen moderat aus.

Denn: Tintenstrahldrucker benötigen nicht nur den Betriebsstoff Tinte für den Ausdruck selbst, sondern auch zusätzlich zur Reinigung der Spritzdüsen. Daher sind die Drucker in der Unterhaltung hinsichtlich Betriebskosten teurer als Laserdrucker – für viele Studenten, die auf jeden Cent achten müssen ein No-Go.

Ist ein Tintenstrahldrucker länger nicht in Gebrauch, besteht außerdem die Gefahr, dass dir die Tintenstrahldüsen antrocknen und verstopfen.

Mehr Zeit für Pflege und Wartung solltest du also bei deinem Tintenstrahldrucker schon einkalkulieren.

Den Vorteilen von präziseren und schnelleren Druckergebnissen stehen jedoch auch Nachteile von Laserdruckern gegenüber:

  • höhere Anschaffungskosten der Geräte, besonders bei Farb-Laserdruckern
  • längere Vorbereitungsphase durch Erwärmen des Toners vor dem Druck
  • höhere Anschaffungskosten der Toner-Kartuschen im Verhältnis zu Tintenpatronen
  • höherer Stromverbrauch
  • Feinstaubbelastung
  • Gerätegröße

Deine Wahl sollte auf einen Tintenstrahldrucker fallen, wenn du

  • häufiger Fotos, Bilder oder ähnliche, farblich hochwertige Erzeugnisse drucken willst
  • besonders Wert auf höhere Druckqualität legst
  • nicht unbedingt schnell ausdrucken musst
  • deinen Fokus auf möglichst geringe Anschaffungskosten legst
  • den Drucker häufiger und regelmäßiger benötigst
  • besonders Wert auf ökologische Aspekte legst
  • bereit bist, den Drucker häufiger zu warten (häufigerer Wechsel der Tintenpatronen durch schnelleres Austrocknen und stärkeren Verbrauch)

Um tolle Farbdrucke zu erzielen, werden Patronen verschiedenster Farbfüllungen benötigt. Bild: pixabay © manuelwagner0 (CCO 1.0)

Das bringen dir Laserdrucker

Musst du vor allem Schwarz-weiß Handouts, Bewerbungen und Seminar-Arbeiten ausdrucken, wo es auf erstklassige, gestochen scharfe Druckqualität ankommt, solltest du zu einem Laserdrucker greifen.

Selbst kleine Tonerkartuschen reichen im Gegensatz zu Tintenpatronen für Tausend Seiten, große sogar für 10.000 -20.000 Seiten und mehr. Der Wartungsaufwand ist geringer, weil du den Toner nicht so wechseln musst.

Mit einem reinen Monochrom-Laserdrucker, der nur mit einer schwarzen Kartusche arbeitet, fährst du wesentlich günstiger. Hier liegen die Kosten pro gedruckter Seite weit unter denen von Tintenstrahldruckern, da du keine Farbpatronen benötigst, die ausgetauscht werden müssen.

Den Vorteil erkaufst du dir allerdings mit einem größeren Platzbedarf für das schwerere und größere Gerät und höherer Feinstaubbelastung.


Michael O. - Student der Wirtschaftsinformatik aus Düsseldorf

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