Einmal um die Welt: Auslandssemester in England

Von Rebekka F. am 15-09-2016 2 Kommentare | 1332 Views

Im Land des Teetrinkens und Anstehens hat Rebekka gleich zwei Auslandssemester absolivert. Sie ging nach England und erzählt euch heute von ihren Eindrücken, die sie auf der Insel sammeln durfte!

1. Was hast du in Oxford gemacht?

Mein Studium der Europäischen BWL sieht vor, dass man insgesamt vier von acht Semestern im Ausland verbringt - zwei Auslandssemester und im Anschluss zwei Auslandspraktika. Deshalb ging ich nach England, um an der Oxford Brookes University zwei Semester lang Kurse zum Thema International Management zu besuchen.

2. Inwiefern unterscheidet sich das Studieren in Oxford im Vergleich zum Studieren in Deutschland?

Das Studium ist sprachlich bedingt schwieriger als in Deutschland. Auch wird man ständig gefordert, da es immer wieder Abgabetermine gibt, die unbedingt eingehalten werden müssen – somit ist man eigentlich schon gut beschäftigt.
Natürlich kann man es auch lockerer angehen und seinen Fokus anders legen – wer leidensfähig genug ist und ab und zu ein paar Nächte kurz vor den Deadlines durchmacht, schafft es ebenfalls.

3. Wie hast du in Oxford gelebt? 

Ich habe in einem Wohnheim der Oxford Brookes University gelebt. Die Miete war bei ca. 800 Euro – also schon wirklich sehr teuer! Oxford ist leider allgemein sehr teuer was Mietpreise betrifft, daher sollte man schon ein gutes finanzielles Polster besitzen.
Ab dem 2. Studienjahr ziehen die meisten Studenten auch in Häuser, was preislich jedoch auf ungefähr dasselbe hinausläuft.

4. Wie sind die Preise und durchschnittlichen Kosten pro Monat? 

Man muss den Umrechnungskurs natürlich im Kopf behalten – England ist im Vergleich zu Deutschland schon richtig teuer. In der Uni gab es zum Beispiel nur teuren Kaffee von Starbucks zu ganz regulären Starbuckspreisen – ehrlichgesagt überlegt man dann schon zwei Mal, ob es denn wirklich sein muss noch einen Kaffee zu trinken.
Lebensmittel sind eigentlich ähnlich teuer wie in Deutschland (+ Umrechnungskurs). Ich denke, ich habe zusätzlich zur Miete ca. 500-600 Euro im Monat gebraucht, um gut leben zu können.

5. Wie gut kann man innerhalb Oxford und in der Umgebung herumreisen? 

Oxford ist wirklich eine wunderschöne Stadt, in der man sich auf jeden Fall gut die Zeit vertreiben kann. Falls es einem doch mal zu langweilig wird, muss man lediglich 10 Pfund und 1,5 Stunden investieren, um nach London zu kommen und das ist wohl mit das Beste an Oxford!
Ansonsten gab es von der Uni immer wieder Ausflugsmöglichkeiten. Ich war mit zwei Freundinnen noch in der Surf Society und da haben wir mal einen Abstecher ins tolle Newquay gemacht. Und da ein bisschen Meer der Seele gut tut, sollte man solche Ausflüge auch immer machen, wenn sich die Gelegenheit bietet!
Eine weitere, schöne Erinnerung ist der Ausflug zu der Tante meiner Freundin in der Nähe von Birmingham. Dort haben wir ein gemütliches Wochenende bei ein, zwei Gläsern Wein verbracht und wurden mit einem typischen Sunday Roast verköstigt (ein MUSS!! Vor allem schmeckt die vegetarische Variante auch sehr lecker). Da es eher eine „Arbeitergegend“ rund um Birmingham ist, ist es auch nochmal deutlich günstiger als in Oxford selbst!
Unbedingt sollte man seine letzten Groschen in einen Mietwagen investieren und damit durch England bis nach Schottland fahren – die Natur ist atemberaubend! Liverpool ist auf diesem Weg auch ein angenehmer, sehenswerter Zwischenstopp und schafft man auch locker innerhalb eines Tages.
In Schottland kann man Glasgow getrost weglassen und einen weiteren Tag für Edinburgh und/oder die Highlands einplanen! Der Arthur’s Seat in Edinburgh bietet neben einem Special Cardioworkout (vor allem wenn man nicht auf dem „Trampelpfad“, auf dem jeder läuft bleibt, sondern Off-Road über die extra großen Hügel) einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt! Die Highlands sind toll zum Wandern und abschalten – hier hat man garantiert Ruhe und frische Luft zum Durchatmen! UNBEDINGT REGENJACKE UND GUMMISTIEFEL EINPACKEN! 

6. Hast du das Gefühl die Kultur des Landes kennengelernt zu haben? 

Ich denke, dass ich die Kultur kennengelernt habe, auch wenn die Community an sich sehr international war. Manchmal habe ich die Nähe zu Engländern auch vermisst, da es vielleicht ein bisschen zu international war und man oftmals nur vereinzelt mit Engländern zu tun hatte. Außerdem muss man sich einfach in die englischen Pubs verlieben. Bei solchen gemütlichen Räumlichkeiten ist es einfach nicht wunderlich, dass man gern mal auf ein Bier mehr bleibt und die Uni gerne vergisst ;) Allgemein ist England kulturell sehr vielfältig also wird man auch definitiv andere Kulturen kennen und lieben lernen!

7. Was MUSS man in Oxford erlebt haben? 

Am 01. Mai um 6 Uhr morgens MUSS man auch einfach in Oxford sein! Auf der Magdalen Bridge zu stehen und auf den College Tower zu gucken, auf dem 16 Chorsänger singen, ist einfach ein einzigartiges Erlebnis mit unglaublich viel Atmosphäre! Danach kann man auch nochmal den ein oder anderen Abstecher in die umliegenden Pubs machen. 

8. Woran musstest du dich zunächst gewöhnen? 

Am Anfang ist es erstmal ungewohnt nur Englisch zu hören. An die oft nachgesagte englische Höflichkeit muss man sich nicht gewöhnen, aber es ist schwer sich wieder zu entwöhnen, wenn man wieder in Deutschland ist.
Mit am komischsten ist wohl das ständige anstehen– man steht einfach für alles an! Das ist erstmal ungewohnt, da das deutsche Drängeln ab und zu durchkommt. Während ich mich schmerzlich an morgendliches „in-den-Bus-quetschen“ während meiner Schul- und ja, sogar Unizeit erinnere – ist es in England vollkommen normal sich schön ordentlich in einer Reihe aufzustellen und zu warten. Bevor man nach England zum Studieren geht sollte man auch unbedingt noch an seiner Trinkfestigkeit arbeiten, um sich nicht unnötig lange eingewöhnen zu müssen. Denn eins ist sicher: trinktechnisch wird dort auf jeden Fall performt!   

9. Gibt es eine Sache, die du an Deutschland besonders vermisst hast? 

Am meisten vermisst habe ich wohl meine Katze und Spätzle. Zweiteres Verlangen wurde aber durch Importe aus Deutschland und Heimatbesuche gestillt. Zuhause konnte ich – Gott-sei-Dank – mein Spätzlelevel dermaßen erhöhen (eine ganze Woche lang zurück in der Heimat, gab es tatsächlich jeden Tag Spätzle in allen Variationen!) , dass ich die Durststrecke im zweiten Semester überlebt habe. Außerdem haben zwei wunderbare Kommilitonen unsere Wohnheimcommunity um einen Spätzleabend bereichert und mir damit definitiv meinen Aufenthalt erleichtert.

10. Fernab vom touristischen Angebot: Hast du einen richtigen Insidertipp für uns? 

Wie bereits erwähnt: Auto nehmen und los! Nördlich von Liverpool gibt es lange, flache Sandstrände im Nordosten Steilküste, im Norden und Westen Berg- und Moorlandschaften. In Mittelengland und im Süden vor allem grüne Landschaften und nicht zu vergessen in ganz England und Schottland: super süße Lämmle.

Rebekka F. (22) Studentin der Europäischen BWL an der OTH Regensburg

Kommentare

15-09-2016

Oichlnaina:

PERFORMEN!

15-09-2016

Uschi:

First!

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