Einmal um die Welt: Auslandssemester in Australien

Von Nicole M. am 18-08-2016 0 Kommentare | 408 Views

Wir verlassen Ecuador und fliegen rüber nach Australien. Heute berichtet Nicole von ihrer unvergesslichen Zeit als Psychologie-Studentin in ihrem Auslandssemester in Melbourne.

1. Nicole, was hast du in Australien gemacht?

Ich habe ein Semester in Melbourne an der Australian Catholic University (ACU) studiert. Im Rahmen meines Psychologie-Studiums habe ich die Möglichkeit bekommen ein Auslandssemester in einer der lebenswertesten Städte der Welt zu absolvieren. Ich durfte viele interessante Menschen und wunderschöne Orte dieses Kontinents kennenlernen und entdecken, daher hat sich diese einmalige Erfahrung absolut gelohnt!

2. Inwiefern unterscheidet sich Studieren in Australien im Vergleich zum Studieren in Deutschland?

Die australische Kultur wird bezeichnet als „easy going“, sprich entspannt, locker und unbeschwert. Diese Lebenseinstellung hat sich auch im Studium widergespiegelt. Sowohl in den Seminaren als auch in den Vorlesungen war die Atmosphäre sehr locker und wir standen immer im freundschaftlichen Kontakt zu den Dozenten. Verglichen mit meinem Studium in den Niederlanden war das Pensum recht entspannt. Ich hatte täglich was zu lesen oder Aufgaben, die ich einreichen musste, trotzdem bin ich mit der Zeit immer gut ausgekommen. Prüfungen laufen ab wie in Europa: Klausuren, Vorträge und Hausarbeiten. Doch neben meinen psychologischen Fächern durfte ich an der ACU Kurse belegen wie „Outdoor Experience“. Ein Fach in dem der Gruppenzusammenhalt gestärkt wird und Studenten beigebracht wird, wie sie umweltbewusst und verantwortungsvoll große Gruppenaktivitäten in der Natur planen. Ein Trip in die Natur in Australien ist nicht wie ein Waldspaziergang in Deutschland. Wie verhält man sich wenn man von einer giftigen Spinne gebissen wird oder wenn man sich im Regenwald verlaufen hat? Neben Unterrichtseinheiten in denen wir diese Themen besprochen und Trips geplant haben, durften wir unser Wissen selbstverständlich auch in der Natur auf die Probe stellen ;) So gingen wir beispielsweise surfen, Kajak fahren, campen oder im Regenwald wandern.

3. Wie hast du in Melbourne gelebt?

Das Leben in Australien ist leider recht teuer. Das sollte aber keinesfalls ein Grund sein sich dieses Abenteuer entgehen zu lassen! Voraussetzung ist, dass man nicht zu hohe Ansprüche hat. Um Kosten zu sparen, gibt es zum Beispiel die Möglichkeit sich ein Zimmer in einer WG zu zweit zu teilen. Dies ist in Australien tatsächlich sehr gängig. Doch bei der Wohnungssuche sollte man aufpassen. Ich würde es keinem empfehlen eine Bleibe aus der Entfernung zu suchen. Ich selbst habe den Tipp bekommen erst eine Woche in einem Hostel zu wohnen und dann vor Ort nach einem Zimmer zu suchen. Die Miete wird in Australien wöchentlich gezahlt, somit werden auch jede Woche Zimmer frei und nicht nur zum Monatsanfang. Innerhalb von paar Tagen wird man also sicherlich fündig. Internetseiten wie Facebook oder gumtree.com können hierbei helfen.

4. Wie sind die Preise und durchschnittlichen Kosten pro Monat? 

Leider ist wirklich alles viel teurer als in Deutschland. Zahlst du hier für dein Zimmer 250 Euro im Monat, würde das gleiche Zimmer in Australien (Melbourne) 500 Euro kosten. Auch das Essen ist fast doppelt so teuer. Doch hierbei gilt der gleiche Tipp wie zu der Wohnungssuche: Wer seine Ansprüche anpasst, kommt gut über die Runden! 

5. Wie gut kann man innerhalb Melbourne und in der Umgebung herumreisen? 

Hierbei gibt es unendlich viele Möglichkeiten und ich glaube ich habe fast jede hiervon ausprobiert. Trampen nach Sydney, Nachtzug zurück. In der Stadt mit Straßenbahn und Bus und nachts nach dem Feiern mit dem Uber (holt euch die app!) zurück. Mit dem Fahrrad zur Arbeit, Great Ocean Road mit einem gemieteten Auto, nach Cairns oder Brisbane mit dem Flugzeug und zum Great Barrier Reef mit dem Boot. Es gibt viele Optionen und es lohnt sich Preise zu vergleichen. Wer ein Auto für Ausflüge mieten will, sollte auch mal online checken, ob es nicht zufällig gerade Autos gibt, die ausgeliehen wurden und an einen bestimmten Ort zurück müssen. Ihr tut damit dem Unternehmen einen Gefallen und könnt das Fahrzeug für einen unschlagbaren Preis zurückbringen (z.B von Melbourne nach Sydney). Das Zauberwort heißt „Relocation“.

6. Hast du das Gefühl die Kultur des Landes kennengelernt zu haben? 

Ja! Ich habe durch die Universität viele australische Freunde gefunden. Auf der Suche nach dem was „typisch australisch“ ist, habe ich festgestellt, dass Melbourne eine sehr internationale Stadt ist. Dort mischen sich sehr viele Kulturen, was die Begegnungen wiederum sehr interessant macht. Um das typische Australien kennen zu lernen, muss man allerdings aus der Großstadt raus. In Byron Bay habe ich dann die langhaarigen Surfer und Hippies gefunden, die den ganzen Tag barfuß unterwegs sind und abends zusammen mit den Aborigines am Strand musizieren :) 

7. Was MUSS man in Australien erlebt haben?
Melbourne (den Stadtteil Fitzroy bei Tag und bei Nacht!), Sydney, Byron Bay, Great Ocean Road, Great Barrier Reef, Fraser Island, Whitsundays, Tasmanien, Phillip Island Penguin Parade …

8. Woran musstest du dich zunächst gewöhnen? 

An das Klima! Aber die Rede ist nicht von der Hitze! Ich kam im Juli in Melbourne an hatte nicht damit gerechnet, dass es so kalt sein würde, denn zu der Zeit waren es bis zu 5°C. Im Gegensatz dazu war die Hitze im Sommer überhaupt kein Problem. Auch bei 40°C habe ich mich noch wohlgefühlt, da die Hitze in Australien nicht so schwül ist wie in Deutschland. 

9. Gibt es eine Sache, die du an Deutschland besonders vermisst hast? 

Brot! Einfaches normales Brot (und Wurst). 

10. Fernab vom touristischen Angebot: Hast du einen richtigen Insidertipp für uns? 

Auch wenn man die Great Ocean Road an einem Tag abfahren könnte, hatten wir ein Auto für 5 Tage gemietet um mehr zu sehen als die üblichen Touristenattraktionen. So fuhren wir beispielsweise in den Otway Regenwald um dort eine Nachtwanderung zu machen. Dies war keine Führung, sondern eine selbstständige Wanderung im Dunkeln (legal) und es war wirklich stockdunkel. Der Grund für diesen Abstecher waren die Melba Gully glow worms, Glühwürmchen die nachts im ganzen Regenwald auftauchen und den Wald zu einem magischen Ort machten. Wir waren alleine auf dieser Route und es gibt nichts spannenderes als den Regenwald mit einer Taschenlampe zu erkunden. Ich konnte nur sehen, was ich angeleuchtet hatte und fand mich im Laufe der Wanderung in einem Tunnel wieder der sich als riesiger umgefallenen hohler Baum entpuppt hatte. Vielleicht muss man dieses Erlebnis mitgemacht haben, um nachzuvollziehen wie atemberaubend es war. Daher kann ich euch diese kleine Wanderung nur empfehlen!

Nicole M. (24) Master-Absolventin im Fach Psychologie an der Radboud Universität in Nijmegen


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