Praktikumszeugnis – So entschlüsselst du den Code der Personaler

Von PRAKTIKUM UND THESIS Redaktion am 18-07-2016 0 Kommentare | 400 Views

Die Semesterferien stehen vor der Tür und für viele Studierende heißt es in wenigen Wochen: Auf ins Praktikum!

Nach der Praxisphase wirst du um viele Erfahrungen reicher sein und ein Praktikumszeugnis in den Händen halten. Das Zeugnis zählt in vielen deutschen Unternehmen zu den wichtigsten Referenzen für Bewerbungen von Studierenden. Umso fataler ist es, solltest du eine weniger gute Bewertung erhalten. Wir zeigen dir, worauf du achten solltest und wie du die Geheimsprache der Chefs entschlüsseln kannst.

Geheimsprache im Praktikumszeugnis
Als Praktikant hast du Anspruch auf ein qualifiziertes Praktikumszeugnis. Das heißt, neben den formalen Angaben über Dauer und Einsatzort zu Beginn des Dokuments enthält der Hauptteil eine Beschreibung deiner Aufgaben sowie eine Beurteilung deiner Leistung. Sobald du es erhältst, solltest du daher prüfen, ob das Zeugnis formal und inhaltlich vollständig ist.

Häufig wirst du am Ende deines Praktikums aufgefordert, deine Aufgaben schriftlich festzuhalten. Dies kann der Personalabteilung als Grundlage für das Zeugnis dienen. Achte also gleich darauf, deine Tätigkeiten im Praktikum vollständig aufzuführen und überlege dir, wie du wichtige Aufgaben durch entsprechende Formulierungen hervorheben kannst. Je nach Handhabe des Unternehmens werden deine Aufgaben im Zeugnis stichpunktartig aufgelistet oder im Fließtext beschrieben. 

Danach geht es ans Eingemachte – die Beurteilung deiner Leistung. Im Fokus stehen neben deinen Arbeitsergebnissen dein Engagement im Tagesgeschäft, dein Auftreten im Team und gegenüber Kunden sowie deine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Um deine spätere Berufslaufbahn nicht zu gefährden, darf sich dein ehemaliger Praktikumsbetrieb in der Leistungsbeurteilung nur wohlwollend über dich äußern. Was auf den ersten Blick gut klingt, bringt mitunter einige Probleme mit sich. Wie formuliert man beispielsweise wohlwollend, dass jemand stets zu spät gekommen ist?

Aus dem Dilemma, die Arbeitsleistung sowohl positiv als auch wahrheitsgetreu darzustellen, hat sich eine Art Geheimsprache für Zeugnisse entwickelt. Dabei werden schlechte Beurteilungen ebenfalls meist positiv formuliert. Ein Beispiel: „Er/Sie zeigte reges Interesse an ihren Aufgaben.“ Aus diesem scheinbar positiven Satz liest der geschulte Personaler: „Die Ergebnisse waren nicht zu gebrauchen.“ Wie kannst du nun diese sprachlichen Fallen in deinem Zeugnis entdecken?

„Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ - Signalwörter und Schlüsselformulierungen
Üblicherweise werden im Praktikumszeugnis einige Signalwörter und Schlüsselformulierungen verwendet, anhand derer du die Beurteilung deiner Leistung erkennen kannst. Ein gutes Zeichen sind beispielsweise Formulierungen wie „ausgezeichnet“, „außergewöhnliches Engagement“ oder „herausragende Arbeit“. Aufhorchen solltest du dagegen bei abschwächenden Phrasen wie „in der Regel“, „weitgehend“ oder „meist“. Auch die Worte „bemüht“ und „bestrebt“ sind im Praktikumszeugnis negativ zu bewerten.

Zum Abschluss der Leistungsbeurteilung findest du meist ein zusammenfassendes Fazit, aus dem du die Bewertung in Schulnoten übersetzen kannst:

„Stets zur vollsten Zufriedenheit“ = Sehr gut
„Stets zur vollen Zufriedenheit“ = Gut
„Zur vollen Zufriedenheit“ = Befriedigend
„Zu unserer Zufriedenheit“ = Ausreichend

Böse Überraschungen vermeiden
Wenn du im Praktikum stets engagiert bei der Sache bist, hast du für dein Zeugnis in der Regel nichts zu befürchten. Um sicher zu gehen, dass du auf dem richtigen Weg bist, kannst du dir schon während deines Praktikums Feedback von deinem Betreuer und Kollegen einholen. Bitte sie einfach um eine ehrliche Einschätzung deiner Leistung und frage sie, was du besser machen könntest. Allein die Frage dürfte dir in Bezug auf das Stichwort Engagement schon einen Pluspunkt einbringen.

PRAKTIKUM UND THESIS Redaktion


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