Einmal um die Welt: Auslandssemester in Bangkok

Von Lisa P. am 30-06-2016 0 Kommentare | 880 Views

Wir verlassen Europa und begeben uns von Spanien nach Asien. Heute erfahrt ihr, wie Lisa ihr Auslandssemester in Bangkok erlebt hat!

1. Lisa, was genau hast du in Bangkok gemacht?

Ich habe ein Semester lang, von April bis August 2015, International Business Administration an der Siam University studiert. Anschließend bin ich zwei Monate quer durch Südost-Asien gereist. Auf meinem Blog My Thai Getaway erfahrt ihr alles über meine Zeit in Thailand mit vielen Tipps rund um das Reisen und Studieren in Asien. Wer lieber nur guckt, folgt my_thai_getaway auf Instagram

2. Wie hat dir das Studium gefallen?

Das Studium war nicht sehr anspruchsvoll, aber man lernt ja für's Leben. Das Reisen und die interkulturelle Erfahrung möchte ich um nichts missen wollen. 

3. Inwiefern unterscheidet sich das Studieren in Bangkok im Vergleich zum Studieren in Deutschland? 

Das thailändische System unterscheidet sich komplett von dem in Deutschland. Es ist sehr verschult mit wöchentlichen Hausaufgaben und Frontal-Unterricht. Leider ist das Niveau gering und das obwohl ich einen Masterstudiengang belegt hatte. Bei den Prüfungen waren Laptop und Unterlagen erlaubt. Wichtig ist, dass man weiß wo was steht und das runter rattern kann, statt querzudenken und die Theorie auf verschiedene Fälle anzuwenden. Die Professoren konnten alle Englisch, aber mit starkem Akzenten. Für die thailändischen Studenten stellt der Professor eine ehrfürchtige Respektperson dar. Nett waren sie ja alle.

4. Wie hast du in Bangkok gelebt?
 

Sehr luxuriös im Supalai Park (Ratchaphruek-Phetkasem)! Voll möbliertes Zimmer mit europäischen Bad und XXL Dusche, Klimaanlage und eigenem kleinen Balkon. Dazu ein Outdoor Swimmingpool und Fitnessstudio draußen im fünften Stock und eine Dachterrasse. Fingerprint als Schlüssel und Concierge, der einen freundlich grüßt. Zur Siam University waren es fünf Gehminuten, ins Center (Station Siam) mit dem Skytrain 25 Minuten. Der Stadtteil Bangwa ist weit ab vom touristischen Schuss, wahre thailändische Authentizität inklusive. Trotzdem gibt es Malls und Tesco 10 Taximinuten entfernt. Für vier Monate wohnen inklusive Wasser und Strom habe ich monatlich 300 Euro bezahlt. Für Thailand sehr teuer, für mich vollkommen in Ordnung. Die meisten Internationals der Siam University haben dort gewohnt, thailändische Studenten gar nicht, nur die reichen Familien können sich eine Wohnung dort leisten. Geht aber definitiv billiger. Wohnungssuche geht nur vor Ort, meist in der wohnungseigenen Agentur. Feilschen nicht vergessen! 

5. Wie sind die Preise und durchschnittlichen Kosten pro Monat? 

Im richtigen Studentenwohnheim kann man auch für 100 Euro im Monat wohnen. Die Nebenkosten sind minimal, wenn die Aircon nicht ohne Unterlass an ist. Internet normale Preise wie in Deutschland. Wasser kann man sich überall für ein paar Cent abfüllen. Wäsche waschen kostet wenige Euro, genauso wie das Essen. Und das ist wunderbar! An den Straßenstränden gibt es das beste Essen für ein, zwei Euro. Mit dem Taxi lässt es sich super billig überall hin kutschieren. Generell ist einfach alles günstiger in Thailand. Nur Shoppen in richtigen Malls und bei echten Labels ist teilweise teurer als zu Hause.

6. Wie gut kann man innerhalb Bangkok und in der Umgebung herumreisen? 

Am bequemsten im super abgekühlten Skytrain, der einen vom jeweiligen Ende der Stadt ins Zentrum bringt. Leider gibt es bisher nur zwei Linien, dass man doch schon einen ziemlich langen Weg hat, wenn man eigentlich nur etwas in den Osten fahren möchte. Taxis sind super günstig, so lange man auf das Taximeter besteht statt zu handeln. Es wird nach gefahrenem Kilometer abgerechnet, also keine Angst vor Stau. Authentisch im Tuk Tuk (wobei selbst Thailänder die als lebensmüde bezeichnen), im wackeligen Bus ohne Türen oder auf der Tragefläche eines Transporters. Kostet alles wenige Cents. Bangkok ist einfach genial zum schnell mal wegfahren, da es der Verkehrsknotenpunkt in Thailand ist. Inlandsflüge gibt es für 15 Euro hin und zurück (z. B. nach Chiang Mai oder Krabi) und auch klimatisierte Züge (z. B. nach Sura Thani zum Inselhopping) und moderne Busse (z. B. nach Laos) fahren einen überall hin. Dabei sind die alle besser als ihr Ruf und ich habe mich immer sicher gefühlt. 

7. Hast du das Gefühl die Kultur des Landes kennengelernt zu haben? 

Glücklicherweise habe ich eine Thailänderin über Couchsurfing kennengelernt, die bei mir fast um die Ecke gewohnt hat. Sie hat mir alle guten Essensplätze gezeigt ( Thailänder gehen auch nur auf den Straßen essen statt zu kochen) und wir waren zusammen auf Koh Phi Phi. Ansonsten wirkten die Thailänder bei mir an der Siam University sehr verschüchtert und da sie nur wenig Englisch reden, war es schwierig in Kontakt zu kommen oder diesen zu vertiefen. Und auch die Universität hat für den interkulturellen Austausch leider überhaupt nichts geboten. Fast alle Internationals kamen aus Deutschland oder Finnland, was dann auch sein Übriges getan hat, dass man eher in seinem Kreis der Austauschstudenten geblieben ist. 

8. Was MUSS man in Bangkok erlebt haben? 

(Um ehrlich zu sein reichen zwei Tage Bangkok völlig aus und sollte eher als Ankunfts- und Abfahrtsdestination genutzt werden. Feiern, essen und ab in Flieger oder Zug und in den saftig grünen Norden: Scotter-fahren durch Pai, Elephantenreiten in Chiang Mai und dann Sonne tanken und Longtail-Boot fahren auf Koh Phi Phi oder Koh Samui)
Am besten Anfang April kommen. Da wird das thailändische Neujahr gefeiert und die ganze Stadt beschüttet sich drei Tage lang mit Wasser, um sich von ihren Sünden reinzuwaschen.
Definitiv nicht Insekten-essen. Machen selbst die Thailänder nicht unbedingt. Aber auf jeden Fall das thailändische Straßenessen probieren. Alles. Auch wenn es komisch aussieht. Vor allem ganz viel frisches Obst und Fruitshakes.
Ansonsten das Abendprogramm: gute Cocktails auf einer Rooftop Bar und dann auf die Sukhumvit Soi 11 oder RCA zum Feiern. Und danach auf der Dachterrasse vom Supalai Park die Sonne über Bangkoks Dächern aufgehen sehen. 

9. Woran musstest du dich zunächst gewöhnen? 

Die Hitze. April ist der heißeste Monat und ich bin umgekommen vor dieser stickigen Hitze, die es kaum zulässt zu atmen. Ansonsten ist Bangkok eben sehr laut, schmutzig und es riecht komisch, überall ist Müll. Es ist einfach komplett anders als die westliche Kultur. Was mich teilweise genervt hat, ist, dass alles viel langsamer und ineffizienter abläuft. Die Zubereitung eines Kaffees im leeren Supermarkt kann schon 10 Minuten dauern. Im International Office wusste niemand, dass wir kommen und wir wurden immer weiter zu anderen Menschen geschickt. Dabei sind sie aber immer super lieb, höflich und vergreifen sich nie im Ton. Das ist der friedliche Buddhismus, man muss eben sein Gesicht waren.

10. Gibt es eine Sache, die du an Deutschland besonders vermisst hast? 

Frische kühle Luft.

11. Fernab vom touristischen Angebot: Hast du einen richtigen Insidertipp für uns? 

Joggen im Lumphini Park, wenn es sich am Nachmittag ein bisschen „abkühlt“.

Lisa P. (26): Reiseblogger von My Thai Getaway über ihr Studium in Thailand und ihre Reise quer durch Südost Asien.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.

Kommentar hinzufügen