Die Top 5 Klischees der WG-Mitbewohner (Teil 1)

Von Julian S. am 14-01-2016 0 Kommentare | 695 Views

Der geneigte Großstadt Studierende wird sich im folgenden Szenario schnell wiedererkennen und an wochenlange Online-Sessions auf WG-Gesucht zurückdenken: Nach dem Durchlesen des 912. Inserats und dem Austausch diverser Vorstellungs-Mails mit Daniel, 27, Maschinenbaustudent im 6. Semester, der gerne Rad fährt und allabendlich Rotwein in der Küche genießt, ist schlussendlich doch ein Angebot dabei, das zumindest vage mit den eigenen Ansprüchen übereinstimmt. Danach geht es schnell: Ikea - Robben & Wientjes - Ebay Kleinanzeigen - Vorstellung - Schlüsselübergabe - Zack, Bumm - Herzlich Willkommen in der bunten und verrückten Welt der Wohngemeinschaften! Das Idealbild vom gemeinschaftlichen Zusammenleben in deiner Vorstellung weicht leider meistens ein mindestens ein 3-leere-Pizzakartons breites Stück von der Realität ab, jedoch kann man mit den richtigen Mitbewohnern eine durchaus turbulente und auch schöne Zeit verbringen.

Stichwort Mitbewohner: Sie sind das Salz in der Suppe - mit ihnen steht und fällt die Harmonie des Wohnens. Ohne kompatible Mitbewohner, bleibt die WG nur eine sterile Hülle mit mehr Luft als Liebe. Die Vielfalt von verschiedenen WG-Bewohnern ist dabei enorm: In den geteilten 4 Wänden befinden sich die unterschiedlichsten Menschen mit persönlichen Eigenheiten, Eitelkeiten und Einkaufszeiten. Diese Top 5 der beliebtesten Klischee WG-Bewohner sind euch sicherlich nicht nur in der Theorie begegnet:

Der Abwesenheits- Schnorrer:
Ein echter WG-Klassiker: Der Abwesenheits-Schnorrer ist ein international renommierter Typus und besticht über die Jahre hinweg durch konstant asoziale Verhaltensweisen in der gemeinschaftlichen Wohnsituation. Man kennt das: Nach der kräftezehrenden 16-18 Uhr Vorlesung über Goethes Italienreise, denkt man ausgelaugt und in freudiger Erwartung an den eingespeicherten Netflix Account und einen wohlverdienten Snack, um die Abendgestaltung perfekt zu machen. Doch Halt! Was ist das? Im obersten Fach des WG-Kühlschranks fehlt die gute Baguette-Salami, obwohl sie beim Losgehen ganz sicher noch an Ort und Stelle war. Die Sache ist eindeutig, alle Indizien sprechen dafür: Der Schnorrer hat wieder einmal das getan, was er am besten kann - geschnorrt - und das sogar in deiner Abwesenheit. Für dich als pflichtbewusster Mitbewohner heißt das erneut: In den sauren Apfel beißen, was 1.) gemäß des Falles, dass Obst im Haus ist, wörtlich zu verstehen ist, oder 2.) bedeutet dein Toastbrot mit abgelaufenem Paprika-Brunch zu verzehren. Sobald du den Täter später mit seiner Missetat konfrontierst, wird er ein gewohntes Ausreden-Repertoire abfeuern und dich in einem Wortstrudel von "Ich geb dir das Geld!", "Du kannst dafür mein Duschgel benutzen!" und "Ich wusste nicht, dass es dir gehört!" einlullen, so dass du zumindest ein wenig Mitschuld verspürst und dich 2 Stunden später vor einem Kassenband mit neuem Aufstrich wiederfindest, den du selbst bezahlst und von Gutmenschentum getrieben abermals in den Kühlschrank einsortierst.

Der Schatten:
Die Fähigkeiten des Schatten könnten problemlos zu den essentiellen Skills eines absonderlichen Comic-Helden gehören: Während der durchschnittliche WG-Bewohner zwar viel außerhalb des Hauses verkehrt, seinen Part des Putzplans aber zumindest im Ansatz wahrnimmt, trumpft der Schatten durch sein allumfassendes Fernbleiben mit beharrlicher Konsequenz auf.

Die aktive Nicht-Teilnahme am täglichen WG-Leben wird dabei beinahe schon professionell durchgeführt. Schließlich erfordert es eine Menge Organisationstalent sowie einen großen Bekanntenkreis für alternative Übernachtungsmöglichkeiten, wenn man den Lebensentwurf des Schatten einschlagen möchte. Fremde Couchen statt eigenem Bett - bequem geht anders. Der Weg des Schatten ist gepflastert von mysteriösen Projekten und externen Verpflichtungen - aber in erster Linie von sehr viel Becks-Konsum auf diversen Küchenpartys. Intertextuell lässt sich ein familiärer Bezug zum "Abwesenden" im Hörsaal herstellen. Die beiden Typen weisen einige Gemeinsamkeiten auf und sind aller Voraussicht nach Brüder. Zumindest im Geiste.


Das wars schon? Natürlich nicht! Nächste Woche folgt der zweite Teil unserer Klischee-Serie, in dem wir drei weitere Klischee Mitbewohner unter die Lupe nehmen. 


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