Prokrastination bei Studenten - „Mach ich morgen, wirklich!"

Von Juliane U. am 02-12-2015 0 Kommentare | 513 Views

Obwohl das Semester gefühlt gerade erst begonnen hat, rückt das Ende immer näher und somit auch die anstehenden Klausuren und Abgabetermine diverser Hausarbeiten. Die Liste wichtiger Deadlines wird länger und länger. Dabei haben wir uns, wie zu jedem Semesterstart, doch hoch und heilig geschworen, diesmal alles anders anzugehen: disziplinierter zu sein, eher anzufangen und uns nicht am Ende wieder die Nächte um die Ohren schlagen müssen. Aber wie soll es anders sein, lieber morgen statt heute. Ist doch so, oder?

Wir (ich denke, das betrifft so ziemlich die meisten Studenten) bewegen uns irgendwo zwischen Aufschieberitis und Prokrastination. Klingt wie eine bösartige Krankheit - ist es ja irgendwie auch. Übersetzt heißt prokrastinieren nichts weiter als ‚aufschieben‘. Auf einmal erscheinen Facebook, Instagram und Netflix, viel wichtiger. Und dann sind da auch noch die zahlreichen Studentenpartys, die zu eskalativen Nächten einladen. Mal ehrlich, es gibt so viel schönere Dinge, als stundenlang in der Bibliothek zu hocken, dicke Bücher zu lesen und Buchstaben in den Laptop zu tippen, die am Ende sowieso keinen richtigen Sinn ergeben. Die ganze Sache mit dem ‚Aufschieben‘ erinnert immer ein wenig an die Vorsätze zum Neujahrswechsel. Man nimmt sich jede Menge mehr, doch meist fehlt nach den ersten Monaten die Motivation, beziehungsweise erscheinen andere Dinge lebensbereichernder - und dann geht es ganz schnell, die guten Vorsätze geraten in Vergessenheit. Die gute Nachricht: man kann alles lernen, wenn man möchte.

Also ran an den Speck – hier ein paar kleine Tipps:

1. Nervennahrung. Ganz wichtig, besorgt euch vorher jede Menge zum Naschen. Nach jedem kleinen Lernerfolg sollte auch ein Highlight folgen. Die Gesunden unter euch können natürlich auch einen Gemüseberg knabbern. Jeder was er mag!

2. Musik. Die richtige Stimmung erzeugt doch hin und wieder auch ein bisschen Motivation. Mit den richtigen Klängen fällt es gleich viel leichter ein paar Buchstaben mit Sinn aufs Papier zu bringen.

3. Pausen. Gönnt euch nach einer effektiven Lerneinheit auch mal fünf Minuten Ruhe, geht eine Rauchen, holt euch ein Kaffee und bekommt den Kopf kurz frei. Aber danach muss es auch wieder weiter gehen, auch wenn es schwer fällt.

4. Bibliothek. Der wohl oder übel beste Ort um produktiv zu sein. Ablenkung gibt’s dort nämlich keine, dafür aber jede Menge Stoff für deinen Beleg.

5. Hilfe. Wenn ihr mal nicht weiter wisst, fragt jemand der Ahnung hat. Damit meine ich nicht unbedingt Google, sondern mehr ein Kommilitonen mit geballtem Wissensüberschuss. Um Hilfe bitten, fällt zwar manchmal schwer, aber viel besser als stundenlang im Dunkeln zu tappen.

6. Ziele. Schreibt euch auf, was ihr jeden Tag schaffen wollt. Bleibt realistisch! Alles an einem Tag ist Quatsch. Jeden Tag ein bisschen, dann bleibt auch noch Zeit für Freunde, Hobbies und Netflix.


... und mal unter uns gesagt: Ein bisschen aufschieben und das Studentenleben genießen, stellt noch lange kein Problem dar. Das wichtige ist es, seine Grenzen kennenzulernen und zu wissen, wie weit kann man gehen, ohne „die wirklich wichtigen Dinge“ nicht zu vernachlässigen. 

Juliane U. (21), Studentin der Betriebswirtschaft, Dresden
  

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