Studenten auf Wohnungssuche - Die Qual der Wahl?

Von Thao N. am 26-11-2015 0 Kommentare | 486 Views

Mit dem Studium kommt meist der Umzug. Raus aus dem Elternhaus und rein in die eigene Bude. Die Freiheit klingt verlockend, doch bevor man an sie gelangt, muss man erst einmal die richtige Wohnung finden. Das kann sehr lange dauern und auch die Entscheidung zwischen den einzelnen Wohnungsformen kann schwierig werden. Um euch die Qual der Wahl etwas zu erleichtern, gibt es hier ein paar Tipps.

Wohngemeinschaft
Wohngemeinschaften oder auch WG’s sind sehr beliebt unter Studenten, denn es ist kostengünstig und man hat Gesellschaft. Eine Wohnung wird unter mehreren Leuten aufgeteilt und so auch die Miete. Eine WG kann man mit seinen Freunden oder Kommilitonen selber gründen oder man zieht in eine Bestehende ein. Achtung bei der Mitbewohner-Auswahl! Freunde können hier zu Feinden werden und anfangs saubere Personen sind die Schmutzteufel der Müllhalde. Eine weitere Kategorie der nervigen Mitbewohner sind die Aufmerksamkeitsegel. Sie saugen sich an dich und wollen ununterbrochen bei dir sein und was mit dir machen. Ruhe bekommst du nur im Schlaf - wenn überhaupt. Am besten denkt man sich ein paar Regeln aus und bespricht diese mit den zukünftigen Mitbewohner.

Bei einer Bewerbung in eine bestehende WG kann es schon dazu kommen, dass man zu einem Casting eingeladen wird. Entweder mit mehreren Interessenten oder man bekommt ein Einzelgespräch. Die Wohnung wird zunächst gezeigt und dann wird man regelrecht ausgefragt. Wie steht es mit deiner finanziellen Sicherheit? Wie hygienisch bist du? Party-Typ oder eher Couchpotato? Am besten antwortet man hier ehrlich, denn man will ja auch eine WG, die zu einem passt. Nicht dass man sich in einer Spießer-WG wiederfindet und man eigentlich der totale Hippie ist.

Kleine Anekdote: Bei den Bewerbungsgesprächen in meiner alten WG kamen Leute, die sich davor nicht einmal die Mühe gemacht hatten die Hände zu waschen und dann mit schmutzigen schwarzen Händen ankamen. Wer will da einem die Hand schütteln? Bitte davor die Hände waschen und allgemein auf das Äußere achten. Man muss ja nicht im Anzug erscheinen, aber gepflegt sollte man schon sein.

Eigene Wohnung
Die ersten eigenen vier Wände hören sich doch traumhaft an. Man kann tun und lassen was man will und wenn hier und da mal ein Kleidungsstück rumliegt, interessiert es niemanden. Der Vorteil gegenüber einer WG ist also klar. Keine störenden Mitbewohner und das eigene Reich, das man selbst gestalten kann.

Der Nachteil einer eigenen Wohnung sind jedoch die hohen Kosten. Die Mietkosten variieren in den verschiedenen Städten, jedoch kann man sich die Miete alleine kaum leisten. Dazu ist die Wohnung auch noch sehr klein. Für sehr gesellige Menschen kann eine eigene Wohnung auch sehr einsam werden. Die Stille in so einer Wohnung kann doch erdrückend sein.

Bei der Besichtigung einer Wohnung sollte man auf viele Dinge achten, da viele Wohnungen heruntergekommen sind oder von der Lage her nicht so gut sind. Einige Beispiele: Isolation, Geschäfte in der Nähe, Hellhörigkeit der Wohnung etc. Am besten fragt man seine Freunde oder Eltern auf was man achten sollte oder besichtigt mit einer zweiten Person die Wohnung. Bei der Wahl einer kostengünstigen Wohnung sollte man seine Ansprüche auf jeden Fall herunterschrauben, denn eine Luxusvilla bekommt man als normaler Student nicht. Das musste ich auch an meinem eigenen Leibe erfahren. Ich habe ein halbes Jahr nach der perfekten Wohnung gesucht und am Ende musste ich eine Wohnung nehmen, die mir persönlich etwas zu klein ist und die Lage ist noch gut, aber könnte auch besser sein. Ihr seht, das Perfekte gibt es nur für gutes Geld. Was einen abseits von den heruntergekommenen Wohnungen abschrecken kann, sind die vielen Menschen, die zu den Massenbesichtigungen kommen. Es gab schon Fälle, da standen 30 Leute in der kleinen Wohnung. Bei solchen Besichtigungen kannst du dir fast sicher sein, dass du die Wohnung nicht bekommst, da Studenten immer ganz unten stehen. Vorurteile über Studenten gibt es leider zu viele. Ausnahmen gibt es aber immer. 

Studentenwohnheim
In Studentenwohnheimen lebt man mit sehr vielen Studenten zusammen. Der Wohnraum ist meist klein, aber dafür sehr billig. Und wie in einer WG ist man nie alleine und kann sich immer auf die Gesellschaft anderer freuen. Studentenwohnheime sind vielschichtig. Es gibt welche, die wie viele einzelne Wohnungen aufgeteilt sind. Also man hat sein ganz eigenes Reich, aber es gibt auch Formen, da gibt es nur eine Gemeinschaftsküche oder sogar ein Gemeinschaftsbad. Das ist meistens nicht sehr hygienisch, da so viele Menschen diese Räume nutzen und manche ihren Dreck auch nicht wegräumen. Neben eigenen Räumen gibt es manchmal auch WG’s, Doppel-Apartments oder andere größere Wohnmöglichkeiten. Also eigentlich sind Studentenwohnheime den WG’s ziemlich nahe.

Die Entscheidung, welche Wohnungsform man bevorzugt, liegt am Ende aber ganz bei dir. Überleg dir genau welcher Typ du bist, was du von Mitbewohnern erwarten würdest und natürlich was du dir finanziell leisten kannst – und dann kann die Wohnungssuche beginnen. 


Thao N. (23), Studentin der Medieninformatik, Nürnberg

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