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Alle reden von Digitalisierung und Optimierung von Prozessen durch Software. Doch was bedeutet das für dein Studium und deinen Studienalltag? Im Privatleben ist der digitale Alltag mit vielen innovativen Produkten und Lösungen schon
lange angekommen. Smartphones, Smart-TVs, Voice Assistants, aus der Entfernung steuerbare Beleuchtung und
Staubsauger-Roboter - dazu eine nicht endende Liste an Apps, die uns in allen Lebenslagen helfen.
Leider ist die Software-Landschaft im Bereich des akademischen Arbeitens und des wissenschaftlichen Schreibens noch nicht ganz so weit und dazu noch undurchsichtig.

Viele Anwendungen aus dem Alltag kannst du in den Studienalltag übernehmen: Kalender, Erinnerungen, Task-Management Programme, ToDo-Listen, sowie Lern-, Schreibsoftware. Um Software für wissenschaftliche Arbeiten zu verstehen, schauen wir uns zuerst den Arbeitsprozess genauer an. 

Der (digitale) wissenschaftliche Schreib- und Arbeitsprozess

Das Ergebnis einer wissenschaftlichen Arbeit ist meist ein geschriebenes Dokument - der Weg dorthin besteht aus vielen zusammenhängenden Schritten:

- Literaturrecherche

- Gedankensammlung

- Experimente / Studien / Erkenntnisgewinn

- Strukturierung der eigenen Gedankenwelt + Literatur & Quellen

- Verfassen des finalen Dokuments

Diese Schritte unterliegen nicht zwingend einer Reihenfolge und werden während des gesamten Prozesses häufig wiederholt.

Anforderungen an wissenschaftliche Software

Durch die unterschiedlichen Schritte des wissenschaftlichen Arbeits- & Schreibprozesses ergibt sich ein heterogenes Anforderungsprofil an die Software, das wir uns im Folgenden genauer ansehen.

Referenz- & Literaturverwaltung

Während der Recherche in Bibliotheken oder dem Internet, nimmst du aus den verschiedensten Quellen sehr viele Informationen auf, welche inkl. nötiger Informationen über Autoren, Publikation usw. digitalisiert werden müssen. Dieser Schritt ist wichtig, damit du später richtig zitieren und eine Bibliographie erstellen zu kannst. Da die Menge an Quellen im Laufe der wissenschaftlichen Arbeit stark wächst, helfen dir hier zusätzliche Strukturierungsmöglichkeiten wie z.B. Schlagwörter, Gruppierungen oder Ordner. Zusätzliche Helfer, die dir das Eintragen von Referenzen durch Automatisierung vereinfachen
sind kein muss, aber beschleunigen den Prozess enorm. Hier helfen online Referenz- Bibliotheken und Datenbanken schnell die richtigen Informationen zu einer Referenz zu finden. 

Anforderungen

- Aufnahme von Referenzen inkl. aller nötigen Daten

- Möglichkeit zur Strukturierung von Referenzen

- Automatisiertes / vereinfachtes Hinzufügen neuer Referenzen

Notizen-Management 

Du recherchierst, experimentierst, führst Studien durch, denkst nach oder hast einfach zwischendurch mal einen Geistesblitz - alle Informationen die innerhalb des Arbeitsprozesses anfallen müssen aufgeschrieben und digitalisiert werden. Das Format spielt hier keine Rolle, Handschriftliche Notizen, Grafiken, Texte, Bilder sind alles valide und wichtige
Informationsquellen die in eine Wissensdatenbank eingespeist werden müssen.

Auch hier kann der Prozess des Schreibens durch Automation, wie z.B. Text-Markierungen in Dokumenten oder auf Webseiten in Notizen konvertieren, vereinfacht werden. Ob analog oder digital, zu bestimmten Zeitpunkten brauchst du die Inhalte deiner Notizen. Je mehr Notizen du verfasst hast, umso schwieriger wird die Suche. Digitale Lösungen haben hier einen entscheidenden Vorteil, da sie schnell das komplette Notizen-Archiv durchsuchen können. Die sog. Freitextsuche ist allerdings nur eine Möglichkeit Inhalte zu finden, je mehr Zusatzinformationen an einer Notiz hängen, umso besser kann sie eingeordnet werden. Gute Notiz-Programme sollten also im wissenschaftlichen Bereich in der Lage sein verschiedene Notizen miteinander zu verknüpfen, Schlagwörter zu vergeben und Referenzen anzuhängen. Zum einen verbessert das die Relevanz der Suchergebnisse, zum anderen findest du

Gedankengänge und Informationen auch durch das sog. “Browsing”. So startest du an einer Notiz und kannst von dort über Schlagwörter oder Verknüpfungen von einer Notiz oder Referenz zur nächsten navigieren. Zudem ist es wichtig, dass du alle Gedankengänge, Zusammenfassungen und Notizen während der Recherche mit der entsprechenden Literatur verbindest, sodass du zu einem späteren Zeitpunkt die Herkunft der Notiz jederzeit nachvollziehen kannst.

Anforderungen

- Aufnahme von Notizen in verschiedenen Formaten (Bild, Text, Grafik, Dokumente)

- Hinzufügen von Zusatzinformationen wie Schlagwörter, Referenzen, Farben, o.Ä.

- Direkte Verknüpfung von Notizen

- Suchfunktion für direktes Auffinden von Notizen

- Browsing-Funktion zur Navigation zwischen Gedanken

Gliederungen & Strukturen

Dein Wissen ist nun in Form von Referenzen und Notizen digitalisiert. Jetzt geht es darum diesen Wissenspool in eine Struktur zu bringen. In wissenschaftlichen Dokumenten ist das meist ein Textdokument (PDF), welches auch publiziert werden kann.
Die offensichtlichste Struktur ist deshalb eine Kapitelstruktur (Gliederung). Da sich Gliederungen häufig ändern und die Reihenfolge von Kapiteln gerade zu Beginn häufig ändert, sollte der Umgang mit solch hierarchischen Strukturen möglichst einfach funktionieren. Alternative Strukturen wie MindMaps oder andere Netzwerk-Visualisierungen lassen wir hier
einmal außen vor.

Anforderungen

- Erstellen / Bearbeiten von Gliederungen

- Zuordnung von Wissen in Gliederungen

Textverarbeitung 

Zum Schluss darf auch das Verfassen des finalen Dokuments nicht fehlen. Du hast nun deine Gliederung und Wissen so strukturiert, dass es nur noch “runtergeschrieben” werden muss. Dabei gilt es, den Anforderungen bzgl. Zitationsstil, Formatierung usw. der Universität zu entsprechen. Um Plagiate zu vermeiden, wäre es hilfreich auch im Fließtext die Herkunft der Textabschnitte zu erkennen (z.B. über eine Verknüpfung zurück zur ursprünglichen Notiz oder Referenz). Zusätzlich kann eine Review-Funktion bei der Finalisierung und Lektorat helfen.

Anforderungen

- Schreib-Funktionalität inkl. Formatierungen

- Fußnoten & Zitationen in verschiedenen Stilen

- Review- oder Lektoratsfunktion

Arbeitsansätze und Methoden 

Fassen wir nun alle Anforderungen zusammen, gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten den Prozess digital zu begleiten.

Verknüpfung spezialisierter Software 

Durch die Nutzung verschiedener Softwareprogramme innerhalb der verschiedenen Prozessschritte können alle Anforderungen abgebildet werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig und jeder Studierende wird seine
eigene Sammlung an Programmen bevorzugen.

Wie kann so etwas genau aussehen? Welche Tools kannst du nutzen? 
Die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig, hier zwei Beispiele.

Beispiel 1 (Geisteswissenschaften) 

Arbeitsbereich und Software

Literaturverwaltung: Papers
Notizen-Management: MS OneNote
Studien + Auswertung: IBM SPSS
Gliederung + Schreiben: Word

Beispiel 2 (Naturwissenschaften / IT)

Arbeitsbereich und Software

Literaturverwaltung: Mendeley
Notizen-Management: Evernote 
Benchmarks: Visual Studio
Gliederung + Schreiben: LaTex (Texpad, Overleaf)

All-In-One Lösungen

Ein zweiter Ansatz ist die Nutzung von Software, die den wissenschaftlichen Arbeitsprozess im Ganzen abbildet. Es gibt dort keine Integrationsprobleme, da die Daten alle innerhalb der Anwendung verfügbar sind.
Der Softwaremarkt ist an dieser Stelle relativ dünn. Citavi kombiniert Literatur- und Wissensmanagement und Auratikum bildet als aktuell einzige Software auf dem Markt den kompletten Prozess ab. Beide Programme nutzen im Kern unterschiedliche wissenschaftliche Arbeitsmethoden, während Citavi aus der klassischen Literaturverwaltung kommt, digitalisiert Auratikum die
Zettelkasten-Methode von Niklas Luhmann.

Lesetipp: Warum jeder Student die Zettelkasten-Methode kennen sollte 

Fazit

Das wichtigste bei der (digitalen) wissenschaftlichen Arbeit ist Kennzeichnung von fremdem Gedankengut. Zur Vermeidung von Plagiaten, aber auch um bei deinen eigenen Gedanken und Thesen die Herkunft unterscheiden zu können, ist ein integrierter Informationsfluss vom ersten Gedanken bis zum fertigen Schriftstück ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Schreibarbeit. Schaue dir die Arbeitsweisen der Programme genau an und teste auf Basis deiner Anforderungen,
bevor es los geht.

Du kannst Auratikum kostenlos ausprobieren und die Möglichkeiten mit bis zu 20 Zetteln testen. Der Support-Chat hilft dir bei Fragen, wenn du nicht weiter kommst.

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