STUDENTJOB
BLOG


​Artikel

Inside Story: unterwegs als Student, Koch und Entrepreneur

Von Katja M. am 26-03-2019

Immer mehr junge Leute zieht es in die Selbstständigkeit. Der Gedanke daran, sein eigener Boss zu sein, ist dabei besonders verlockend. Leider kommt dieser Karriereweg ganz und gar nicht ohne Hürden. Denn niemandem kommt der Erfolg einfach so zugeflogen. Oft gehören schlaflose Nächte, anstrengende Tage und harte Enttäuschungen auf dem Weg zur Selbstständigkeit dazu. Wenn man sich die erfolgreichsten Unternehmer weltweit ansieht, sind die meisten bereits während des Studiums in die Selbstständigkeit eingetaucht. So haben sich Genies wie Mark Zuckerberg, Bill Gates oder Elon Musk schon in jungen Jahren ihrer Passion gewidmet und wurden so zu Milliardären.
Dass dies nicht der normale Werdegang ist, sollte jedem angehenden Entrepreneur bewusst sein.

Was genau sonst noch an der Selbstständigkeit reizt und wie diese sich mit dem Studium
vereinbaren lässt, weiß Jesse de Vries:

Junger Mann lächelt schwarz weiß

 

Jesse, du bist 24 Jahre alt, Vollzeitstudent, nebenberuflich tätig als Koch und besitzt eine Modemarke mit drei deiner Kommilitonen, ist das korrekt?

Ja, so ist es. Wenn es alles so direkt ausgesprochen wird, dann denke ich mir selbst: wow! Das ist echt richtig viel auf einmal. Allerdings habe ich es mir selber ausgesucht.
Ich studiere Communication & Multimediadesign an der Hogeschool van Amsterdam. Eigentlich wollte ich mich direkt nach meinem Abitur selbstständig machen, aber ich wusste, dass ich einen Plan B brauche. Auch wenn jeder Entrepreneur risikobereit sein muss, mir ist es wichtig, auch einen alternativen Weg zu haben.

 

Woher kam bei dir der Wunsch, dein eigenes Business aufzubauen?

Ich denke, da fällt auf jeden Fall einiges auf meinen Vater zurück. Ich habe mit eigenen Augen miterlebt, wie er seine Werbefirma von ganz unten bis nach ganz oben gebracht hat. Das ist jetzt ca. 20 Jahre her und er hat sie mittlerweile verkauft und ist mit 55 in Rente gegangen. Ich finde das so beeindruckend, deshalb möchte ich in seine Fußstapfen treten oder am liebsten sogar noch darüber hinaus! Aber vorallem möchte ich meine Ideen umsetzen und Leute inspirieren. Ich werde immer wieder überrascht, mit was für Ideen manche Menschen großen Erfolg in der Selbstständigkeit erzielen. Wie sagt man noch so schön, “es gibt nichts was es nicht gibt!”.

 

Wie kam es dazu, dass du dich jetzt während deines Studiums selbstständig gemacht hast?

Alles fing eigentlich damit an, dass ich mich für einen Entrepreneur-Kurs an der Uni eingetragen habe. Wir sollten in Gruppen ein Konzept und einen Businessplan für eine Geschäftsidee erstellen und am Ende des Kurses vor einer Jury (wie “die Höhle der Löwen”) um ein Investment kämpfen.
Im Endeffekt haben wir uns in meiner Gruppe gedacht, dass diese Idee tatsächlich interessant ist und wir alle Lust haben, weiter gemeinsam daran zu arbeiten und sie in die Tat umzusetzen. So war unsere Modemarke “JedLeppard” geboren.  

 

Oh, eine Modemarke! Kannst du uns etwas mehr darüber berichten?

Da wir noch in der Anfangsphase stecken, kann ich noch nicht allzu viel sagen. Wir haben uns entschieden, eine Art Merchandise Linie für einen bekannten niederländischen Event-Planner zu entwerfen. Losgehen wird es mit T-shirts,  da man schließlich klein anfangen muss. Aber was genau die Sachen besonders macht, werdet ihr in Zukunft sicherlich erfahren! Ich für meinen Teil, verbringe zurzeit meine Wochenenden auf Stoffmärkten, um das passende Material für unsere Prototypen zu finden. Es gibt sicherlich schöneres, als auch am Wochenende zu arbeiten, aber ich habe es mir eben so ausgesucht.

 

Wie schaffst du es, all das unter einen Hut zu kriegen und obendrauf auch noch als Koch zu arbeiten?

Naja, das frage ich mich manchmal selbst. So richtig klappt es leider nicht. Meistens besteht mein Tag aus einer Vorlesung am Morgen, Treffen mit meinen Kollegen danach und dann ab dem Nachmittag bis zum späten Abend stehe ich als Koch in der Küche. Nach solchen Tagen wünsche ich mir dann oft, ich hätte einen coolen Werkstudentenjob, der nicht meine ganze Zeit und Kraft in Anspruch nimmt.
Nicht selten wird mir das alles zu viel und ich möchte am liebsten alles hinschmeißen. Vor allem, da es mit der Zeit nervig wird, sich dauernd für alles rechtfertigen zu müssen, weshalb man schon wieder nicht mit feiern gehen kann, beispielsweise, oder wieso der gemeinsame Serienabend schon wieder verschoben werden muss. Ich weiß eben oft nicht, wann mein Tag tatsächlich vorbei ist und oft möchte ich abends dann einfach nur ins Bett.

 

Glaubst du, dass der Zeitpunkt, sich selbstständig zu machen, im Studium wirklich der Richtige ist?

Ich bin der Meinung, es gibt keinen perfekten Zeitpunkt. Irgendetwas spricht immer dagegen. Ich werde nie wieder in meinem Leben so viel Energie und Kapazität haben wie jetzt, deshalb ist meine Zeit jetzt. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

 

Eine letzte Frage noch: Würdest du die Selbstständigkeit jedem empfehlen?

Ja und nein. Ich bin mir sicher, dass du so etwas wirklich wollen musst, damit du damit glücklich wirst. Aus Langeweile oder Frustration darüber zu entscheiden, ein Start-Up zu gründen, ist ganz falsch.
Du musst belastbar und auch in der Lage sein, mit Niederlagen umzugehen. Viele meiner Freunde sehen sich nicht in der Selbstständigkeit und empfinden es als unnötigen Stress. Deshalb, es gibt Menschen, die den Gedanken an ein eigenes Unternehmen sehr spannend finden, aber es gibt auch diejenigen, die lieber auf Nummer sicher gehen möchten und keine Lust auf die Selbstständigkeit haben.. Whatever floats your boat!

 

Vielen Dank für das Interview, Jesse!

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.


Kommentar hinzufügen