STUDENTJOB
BLOG


​Artikel

Wie viel Prepaid steckt im Studentenleben?

Von Nicole S. am 06-11-2018

Junger Mann sitzt in einem Kaffee und telefoniert

Der Prepaid-Klassiker: der Handyvertrag

Prepaid bedeutet in der wortwörtlichen Übersetzung: Eine Leistung, die abgerufen wird, ist bereits bezahlt („pre-paid“). Wie viel Prepaid im Studentenleben stecken kann, liest du hier.

Ein Prepaid-Handyvertrag ist nach wie vor die erste Assoziation, die in Zusammenhang mit dem Wort Prepaid fällt. Im Handyvertragssektor wurde Prepaid geboren. Daraus hat sich eine komplette Maschinerie entwickelt. Doch wie sieht der Prepaid-Handyvertrag heute aus?

Du würdest ihn vermutlich nicht mehr wiedererkennen, wenn deine Eltern dir von dem umständlichen Prepaid-Prozedere berichten, das einst vorherrschte. Sie mussten in den Laden pilgern, eine Karte kaufen, diese umständlich mit der Karte im Handy verbinden und das Guthaben aufladen. Heute ist das deutlich einfacher: Online wird die Karte geordert. Online wird sie aktiviert. Danach kannst du – je nach gebuchtem Paket – telefonieren und surfen, was das Zeug hält. Auch ins Ausland telefonieren ist mit dem passenden Anbieter möglich.

Das große Plus für dich als Studenten ist geblieben: Du musst dich nicht darum sorgen, dass Unmengen deines hart verdienten Geldes in deinen Handyvertrag fließen. Stattdessen hast du mit dem Prepaid-Modell die volle Kostenkontrolle – nämlich in Form eines Pakets, das du buchst. Nutzt du das dann zur Verfügung stehende Kontingent zu schnell, musst du sehen, ob du genügend Geld übrig hast, um das Guthaben vorzeitig aufzustocken. Wenn nicht, bleibt dir zumindest die Erreichbarkeit erhalten – bis dein Studentenjob wieder genug Kleingeld ins Portemonnaie gespielt hat, um das Guthaben aufzuladen.

Der Prepaid-Nachahmer: die Kreditkarte

Das Prinzip der Prepaid-Kreditkarte ist dasselbe wie beim Handyvertrag: Vorab lädst du ein Guthaben auf deine Kreditkarte und kannst diese dann fast nutzen wie jede reguläre Kreditkarte. Das bedeutet: Du kannst (vor allem online) Geschäfte tätigen, für die zwingend eine Kreditkarte nötig ist. Achtung: Manchmal klappt das nicht so gut. Vor allem dann, wenn du eine Reise planst, ein Hostel, ein Hotel oder gar einen Mietwagen via Kreditkarte buchen willst, ist das oftmals mit einer Prepaid-Kreditkarte nicht möglich.

Ansonsten profitierst du auch an dieser Stelle von der vollen Kostenkontrolle: Du kannst deine Kreditkarte mit dem Geld bestücken, das du bei deinem Studentenjob verdient hast. Lade am besten nur so viel auf, wie du auch brauchst, denn das Geld ist dort in gewisser Weise „gebunden“. Oder andersrum: Wenn du deinen ganzen Lohn auf deine Prepaid-Kreditkarte als Guthaben einzahlst, musst du förmlich damit auch bezahlen – beispielsweise beim Tanken, beim Shoppen oder beim Essengehen. Ist das nicht möglich, hast du zwar Guthaben auf deiner Kreditkarte, aber Ebbe im Geldbeutel.

Gutscheine: eine andere Form von Prepaid

Jeder Gutschein, den du in Händen hältst, ist eine Form von Prepaid, denn: Wer auch immer diesen Gutschein dir geschenkt hat – er wurde bereits bezahlt („pre-paid“). Für dich selbst macht das natürlich keinen Unterschied, nur dass der Gutschein – im Gegensatz zur Prepaid-Kreditkarte – ebenso gebunden ist wie der Prepaid-Tarif beim Handy. Letzterer ermöglicht dir das Telefonieren und Surfen, deinen Gutschein kannst du in dem dafür vorgesehenen Laden einlösen.

Tipp: Möchtest du dir einen Gutschein schenken lassen oder gar selbst einen Gutschein verschenken, solltest du darauf achten, dass er passend ist. Wer streng vegan lebt, wird sich wohl kaum über einen Essensgutschein fürs American Diner freuen. Ein Gutschein für Bücher, ein Tankgutschein oder Ähnliches passt hingegen gut ins Studentenleben. Auch Kombi-Gutscheine, die nicht nur an einer Stelle eingelöst werden können, sondern in mehreren Shops, sind eine gute Idee. Das vergrößert die Nutzenspanne doch enorm.

Mehrere Gläser mit Geld stehen auf dem Tisch

Mit Prepaid gegen den Schuldenstart ins Leben!?

In Deutschland ist es vielleicht noch möglich, mit einem nur überschaubaren Schuldenberg ins Berufsleben zu starten, denn: Wer 500 bis 1000 Euro monatlich braucht, um sein Studentenleben zu finanzieren, der kann diesen Betrag sowohl über Bafög als auch über einen Studentenjob refinanzieren. Das Prepaid-Bezahlprozedere hilft zusätzlich dabei, die Studentenkasse im Blick zu halten und könnte davor bewahren, durch reine Konsumgüter noch mehr Schulden anzuhäufen.

In den USA sieht das hingegen ganz anders, wie es aktuell in der Presse steht. 44 Millionen US-amerikanische Studenten sitzen gemeinsam auf einem Schuldenberg in Höhe von 1,3 Billionen Dollar, heißt es beim Deutschlandfunk.

Utopisch ist dabei die Annahme, dass die Studenten, die ihren Abschluss an teils renommierten Unis machen, nach dem Start ins Berufsleben diesen Schuldenberg schnell abtragen können. Zehn Prozent begleichen ihre Schulden, die aus dem Studium resultieren, nie. Da vor allem der Staat Kreditgeber und damit Gläubiger ist, bleibt unterm Strich der Steuerzahler auf den Krediten der US-amerikanischen Studenten sitzen. Das Horrorszenario geht im Übrigen noch weiter, denn die Prognosen sehen düster aus: Bis 2023 könnte die Ausfallquote sich auf 40 Prozent steigern, heißt es.

Nicht zu studieren, ist hingegen auch keine Lösung, heißt es direkt im Anschluss an dieses Zahlenwerk, denn: Zwischen einem Leben mit und ohne Uniabschluss liegt ein Einkommensunterschied von einer Million – umgerechnet auf das ganze Leben. Zudem fordern Unternehmen eine höchstmögliche Bildung. Bis 2020 werden voraussichtlich 65 Prozent der ausgeschriebenen Stellen nur mit Absolventen eines Bachelor-Studiums besetzt. Dann lohnt sich das Investment trotz allem – zumindest für diejenigen, die auch wirklich erfolgreich sind.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.


Kommentar hinzufügen