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Welcher Lerntyp bist du?!

Von Tanja H. am 18-10-2018

Selbstständiges Lernen ist die Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium. In jedem Semester gibt es gefühlte Berge an Stoff, die möglichst schnell im Gedächtnis bleiben sollen. Das Lernen funktioniert leichter, wenn du weißt, welche Sinnesorgane du für die Aufnahme von Wissen bevorzugst.

Nutze deinen biologischen Computer auf optimale Weise

Die Theorie der vier Lerntypen hat Frederic Vester, Biochemiker und Systemdenker formuliert. Mit dem von ihm entwickelten Lerntypentest kannst du herausfinden, wie du deinen eigenen „Biologischen Computer“ am effektivsten nutzen kannst.

Neben dir saß bestimmt auch schon mal ein Kommilitone, der dir nach der Vorlesung noch genau sagen konnte, worum es in der Vorlesung ging, während du allenfalls ein paar Schlagworte im Kopf behalten hast. Das liegt dann nicht daran, dass du zu doof bist, den Stoff zu begreifen – du brauchst einfach nur einen anderen Zugang zum Lernstoff.   

Mädchen liest auf Bett

Hören, sehen, bewegen, kommunizieren – die vier Lerntypen nach Vester

1. Auditiver Lerntyp

Wenn du ein auditiver Lerntyp bist, profitierst du am meisten vom klassischen Frontalunterricht, denn das Hören ist dein bevorzugter Sinn, um neue Inhalte aufzunehmen und abzuspeichern.

So lernst du am besten:

Da du dir Lernstoff am besten durch das Hören merken kannst, ist das gesprochene Wort für deinen Lernerfolg enorm wichtig. Vorlesungen solltest du also, wann immer es möglich ist, wahrnehmen. Zum Lernen und Wiederholen des Stoffes liest und sprichst du dir am besten alles laut vor. Inzwischen gibt es zu vielen Themen Podcasts und Lern-CDs, die du für den Wissenserwerb nutzen kannst. Bei besonders schwierigem Stoff kann es hilfreich sein, die Augen zu schließen, damit du dich voll und ganz auf das Gehörte konzentrieren kannst.

 

2. Visueller Lerntyp

Das Auge ist dein Zugang zur Welt. Was du siehst, bleibt schnell in deinem Gedächtnis. Bilder, Skizzen, Mind-Maps, Diagramme und Tabellen sind deine wahren Lehrmeister.

So lernst du am besten:

Fertige dir am besten während oder nach der Vorlesung kleine Skizzen oder Tabellen an, damit du visuell schnell einen Überblick über den Lernstoff bekommst und er dir besser im Gedächtnis bleibt. Auch mit Erklärvideos kannst du effektiv lernen – vorausgesetzt, sie nutzen auch Bildelemente und Grafiken, um Wissen zu vermitteln. Für das Lernen von Fachbegriffen und Vokabeln erzielst du mit dem Einsatz von Karteikarten einen schnellen Lernerfolg.

 

3. Motorischer Lerntyp

Für den motorischen Lerntyp sind praktische Beispiele und Projektunterricht ein wahrer Segen. Dieser Lerntyp ist vielleicht derjenige, auf den am wenigsten in unserem Bildungssystem eingegangen wird, da im Unterricht und in Vorlesungen oft nicht die nötige Zeit und die geeigneten Mittel zur Verfügung stehen, um die Vermittlung praktisch zu gestalten. Trotzdem gibt es natürlich Möglichkeiten, sich den Stoff erfolgreich anzueignen.

So lernst du am besten:

Lang am Schreibtisch zu sitzen, macht dich nervös – viel lieber möchtest du dich bewegen. Dann solltest du genau das auch beim Lernen tun. Am besten du gehst beim Lernen im Zimmer auf und ab und sprichst dir den Lernstoff dazu laut vor. Die Verknüpfung von Bewegung und akustischem Kanal steigert die Aufnahmefähigkeit.

 

4. Kommunikativer Lerntyp

Du lernst am liebsten in einer Gruppe, in der du dich über den Stoff austauschen kannst? Außerdem beteiligst du dich gerne am Unterricht oder nutzt die Möglichkeit, dich in die Vorlesung einzubringen? Dann bist du ein kommunikativer Lerntyp.

So lernst du am besten:

Gründe eine Lerngruppe mit Gleichgesinnten oder schließe dich einer bestehenden Gemeinschaft an. Wichtig dabei: Die Mitstreiter sollten ähnliche Auffassungen von Arbeitsmoral, Zuverlässigkeit und Lerntempo haben. Ein ganz besonderer Vorteil dieses Lerntyps ist es, dass er sich über das Erklären die Inhalte meist sehr gut und auch für längere Zeit merken kann. Beim Vermitteln des erworbenen Wissens fällt dir außerdem schnell auf, wo du noch Lücken hast. Auch bei Referaten und Präsentationen kannst du sehr gute Leistungen vollbringen.  

Lerngruppe sitzt im Café

Fazit

Jeder Mensch lernt anders. Die vier Lerntypen helfen dir dabei, dein Lernen besser und effizienter zu gestalten. So entstehen weniger Frustrationen und das Selbstwertgefühl wird bestärkt. Keiner muss sich mehr doof fühlen, weil er den Vorlesungen von Professor XY nicht wirklich gut folgen kann. Niemand braucht an sich zu zweifeln, weil er alleine in seinem WG-Zimmer nicht viel zustande bringt. Versteife dich allerdings nicht auf einen Lerntyp – wir alle sind Mischtypen mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Neigung hin zum Akustischen, Visuellen, Motorischen oder Kommunikativen. Die größten Lernerfolge wirst du haben, wenn du alle von dir bevorzugten Sinneskanäle nutzt – abhängig von Thema und Anforderung.

 

Autorin:

Tanja Höfling, Online-Redakteurin für das Euro Akademie Magazin der ESO Education Group.

Das Euro Akademie Magazin informiert dich mehrmals wöchentlich über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, neue Entwicklungen aus der Arbeitswelt und hält dich mit News aus den Branchen Pädagogik & Soziales, Gesundheit & Pflege, Fremdsprachen & Internationales sowie Wirtschaft & Management auf dem Laufenden.

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