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Motivation bis zum Schluss: Tipps für den Endspurt im Studium

Von Luisa Bachmann am 10-07-2018

Vielen Studierenden geht gegen Ende des Studiums sprichwörtlich die Luft aus. Die Motivation lässt nach, sie leiden plötzlich unter Prüfungsängsten oder fühlen sich durch die letzten Monate und Jahre erschöpft. Das verspricht nicht unbedingt einen erfolgreichen „Endspurt“ und positiven Start in das folgende (Berufs-) Leben. Aber welche Gründe hat das und wie überwindest du ein solches Motivationsloch?

Je länger das Studium, umso höher das Depressionsrisiko

Fehlende Motivation kann aus unterschiedlichen Ursachen resultieren. So kann, muss aber nicht, beispielsweise eine Depression hinter dem nachlassenden Antrieb stecken. Tatsächlich nimmt laut Barmer-Arztreport 2018 die Zahl der Depressionen bei Studierenden in den vergangenen Jahren drastisch zu. Allein zwischen 2005 und 2016 ist der Anteil an Diagnosen einer Depression bei den 18- bis 25-Jährigen um 76 Prozent gestiegen. Auffallend war bei der Erhebung zudem, dass das Risiko einer Depression mit zunehmenden Alter eines Studenten beziehungsweise einer Studentin zu steigen scheint. Demnach leiden rund 1,4 Prozent der 18-jährigen Studierenden unter Depressionen, während es unter den 28-Jährigen 3,9 Prozent sind. Wenn das Motivationsloch bei dir also langfristig eher zur Regel wird als zur Ausnahme und du aus eigener Kraft keine neue Energie mehr schöpfen kannst, solltest du eine zugrunde liegende Erkrankung in Erwägung ziehen und die Ursachen ärztlich abklären lassen. Doch keine Sorge: Nicht immer muss ein Motivationstief gleich in einer Depression münden. Es gibt noch zahlreiche weitere Gründe, weshalb sich viele Studierende vor allem gegen Ende ihrer Zeit an der Hochschule oder Universität so schwer tun.

Der Unterschied zwischen Motivation und Adrenalin

Einer dieser Gründe liegt auf der Hand: Motivation bedeutet Energie, welche du in der Regel aus der Leidenschaft zu deiner Tätigkeit ziehst. So sind Arbeitnehmer beispielsweise motivierter, wenn sie einen tieferen Sinn in ihrer Arbeit sehen als wenn sie nur des Geldes wegen Tag für Tag im Büro erscheinen. Ebenso im Studium: Je überzeugter du von deiner Studienwahl bist und je mehr die Studieninhalte dich interessieren, umso höher ist auch deine Motivation und desto leichter fällt dir der Studienalltag. Zu Beginn sind die meisten Studierenden noch Feuer und Flamme. Sie sind nervös und voller Erwartungen: Neue Kommilitonen, neue Dozenten, neue Lerninhalte, ein neues Gebäude – all das ist aufregend. Das Gehirn schüttet Stresshormone wie Adrenalin aus, woraus der Körper Energie schöpft. So entstehen auch die altbekannten „Schmetterlinge im Bauch“ wenn du aufgeregt oder frisch verliebt bist. Du fühlst dich energiegeladen und voller Motivation.

Dieser Zustand ist für den Körper jedoch extrem anstrengend. Das Gehirn ist deshalb stets bestrebt, Routinen auszubilden. Je mehr Routine du bei deiner Tätigkeit, beim Weg zur Universität, im Umgang mit deinen Kommilitonen & Co hast, umso weniger neue Verknüpfungen muss das Gehirn bilden. Es kann also auf altbekannte Synapsen zurückgreifen und dadurch Energie sparen. Ein Prozess, der vollautomatisch und in jeder Lebenssituation stattfindet: Im neuen Studium, an einem neuen Arbeitsplatz oder auch in einer neuen Liebesbeziehung. Die Folge ist dementsprechend jene, dass deine anfängliche Motivation im Sinne des adrenalingesteuerten Energieschubs früher oder später nachlässt – garantiert!

Was du tun kannst:
Nutze diesen ersten Motivationsschub, doch suche bereits in dieser Phase nach neuen Motivatoren. Fokussiere dich darauf, was dir an deinem Studium besonders viel Spaß macht oder welche Ziele du damit verfolgst. Kreiere eine langfristige, sogenannte „intrinsische“ Motivation – bestenfalls schon bevor du in ein Energieloch fällst.

Motivation ist eine Frage der Erwartungen

Zu Beginn des Studiums handelt es sich also nur in den seltensten Fällen um die wertvolle intrinsische Motivation. Stattdessen bist du quasi auf Drogen – auf Stresshormonen genauer gesagt – und fühlst dich deshalb wie beflügelt. Das führt auch dazu, dass viele Studierende falsche Erwartungen hegen, sei es an die Universität, die Dozenten, die Kommilitonen, sich selbst oder die Studienzeit im Großen und Ganzen. Dadurch sind Enttäuschungen vorprogrammiert, denn wie immer im Leben, wird auch bei deinem Studium nicht alles perfekt laufen. Wer sich von solchen Rückschlägen entmutigen lässt oder schnell in Zweifel an der Wahl des Studienganges beziehungsweise der Hochschule – oder sogar in Selbstzweifel – verfällt, begibt sich in eine Abwärtsspirale aus nachlassender Motivation und zunehmender Frustration.

Was du tun kannst:
Begebe dich in die regelmäßige Selbstreflexion und frage dich bei enttäuschten Erwartungen stets, ob du tatsächlich die falsche Wahl getroffen hast oder schlichtweg eine unrealistische Erwartungshaltung korrigieren musst. Prüfe deine Erwartungen bereits zu Studienbeginn auf den Wahrheitsgehalt und ersparen dir dadurch präventiv Enttäuschungen auf Kosten deiner Motivation.

Überforderung: Die Abschlussarbeit als letzte Hürde

In der Regel steht am Ende des Studiums eine wichtige Abschlussarbeit oder schwierige Prüfung, welche es noch zu bestehen gilt. Der Druck ist enorm, schließlich hast du zu diesem Zeitpunkt bereits viel Zeit, Geld und Energie in das Studium gesteckt und haben dementsprechend gefühlt sehr viel zu verlieren. Jetzt ohne Abschluss gehen zu müssen, wäre natürlich deutlich schlimmer als noch im ersten oder zweiten Semester. Durch diese Denkweise, die wohl jeder und jede Studierende kennen dürfte, setzt du dich selbst unter einen hohen Leistungsdruck. Dieser ruft Versagensängste hervor, welche wiederum Ihre Motivation aufzufressen drohen. Die Folge: Du investierst die sämtliche verbliebene Energie in dein Studium. Du brennst sprichwörtlich aus, die Motivation lässt nach und du landest schlimmstenfalls – wie so viele andere Studierende vor dir – im Burnout, der erschöpfungsbedingten Depression. 

Was du tun kannst:
Lerne bereits frühzeitig, gegen Versagens- und Prüfungsängste im Studium anzukämpfen und in deiner Freizeit abzuschalten. Wenn du jetzt noch nicht an dich selbst glaubst, wann dann? Arbeite an deinem Selbstvertrauen, denn dieses wirst du auch anschließend im Beruf für eine erfolgreiche Karriere benötigen. Hierfür kann ein Erfolgstagebuch ein sinnvoller Helfer sein: Schreibe jeden Tag drei, fünf oder auch zehn kleine Erfolge auf und schnell wird sich dein Fokus vom Negativen auf das Positive verlagern.

Zukunftsängste: Was kommt nach dem Studium?

Ein weiterer häufiger Grund für das Motivationsloch zum Studienende stellen Zukunftsängste dar. Vielen Schulabgängern fällt bereits die Wahl schwer, welchen Studiengang sie an der Universität belegen sollen. Hast du diese Entscheidung erst einmal getroffen, fühlst du dich erleichtert. Für die nächsten Jahre ist dein Status klar: „Student/in“. Was danach kommt, das liegt noch in weiter Ferne.

Auch die Finanzen sind bestenfalls fürs Erste geregelt, beispielsweise durch die Eltern, das BAföG oder einen Nebenjob. Gegen Ende des Studiums musst du diese vermeintliche Sicherheit aber wieder aufgeben. Erneut drängt sich eine wichtige Entscheidung auf. Die Frage: Was kommt nach dem Studium? Möchtest du dir einen Job suchen und wenn ja, welchen, wo und bei welcher Firma? Oder möchtest du stattdessen noch ein weiterführendes, vielleicht sogar gänzlich neues Studium aufnehmen? Was, wenn du erst einmal arbeitslos bist? Wie wirst du deinen Lebensunterhalt finanzieren? Existenzängste und Selbstzweifel sind in dieser Phase ganz normal und können durchaus die Motivation rauben.

Was du tun kannst:
Versuche im Hier und Jetzt zu leben. Das bereits geschilderte – und bestenfalls schon erworbene – Selbstbewusstsein hilft dir dabei, gelassener in die Zukunft zu blicken und eine tiefe Überzeugung zu entwickeln, dass am Ende schon alles gut ausgehen wird. Konzentriere dich nun erst einmal auf das Wesentliche: Deinen Endspurt im Studium!

Wenn gegen Ende des Studiums das Geld ausgeht

Doch finanzielle Sorgen betreffen nicht immer nur die Zukunft. Vielen Studierenden geht bereits gegen Ende ihrer Studienzeit das Geld aus. Dies kann mehrere Gründe haben: Du wirst zu alt für das Kindergeld, du überschreitest die Regelstudienzeit und hast dadurch keinen BAföG-Anspruch mehr oder du hast aufgrund der Abschlussarbeit keine Zeit mehr für den Nebenjob. Solche Sorgen können deine Motivation sozusagen blockieren.

Was du tun kannst:
Nehme frühzeitig Hilfe in Anspruch. Spare dir, wenn möglich, ein finanzielles Polster an. Reicht dieses nicht aus, kannst du - wenn auch unangenehm- deine Eltern um eine Leihgabe bitten oder ein altes Sparkonto auflösen. Eventuell hast du auch Anspruch auf Wohngeld oder andere Sozialleistungen. Gerade für die letzte Phase der Ausbildung gibt es noch weitere Möglichkeiten, den Lebensunterhalt abzusichern - etwa durch einen speziellen Bildungskredit. Diese Förderung ist an verschiedene Bedingungen geknüpft. Zudem kann die Höhe in einem gewissen Rahmen gewählt werden. An den Finanzen soll und wird das Studium also im Normalfall nicht scheitern. Sorge rechtzeitig vor und lasse dir somit nicht von finanziellen Nöten die Motivation rauben.

In diesem Sinne: Viel Erfolg bei deinem motivierten Endspurt!

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