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Vom Hobby zum Beruf - nur eine Utopie?

Von Sebastian Dietrich am 29-05-2018

Kaum jemand träumt oder träumte nicht als Kind davon, mit seinem Hobby Geld verdienen zu können. Sei es als Fußballprofi, als Musiker, Maler oder als Autor. Doch obwohl vielen diese klassischen Berufszweige wohl am ehesten einfallen, wenn es darum geht, sein Hobby zum Beruf zu machen, so steckt doch viel mehr dahinter als das. Es geht vielmehr darum, seinem inneren Gefühl zu folgen und das tun zu können, was einem liegt, worin man gut ist und womit sich gleichzeitig das menschliche Verlangen nach Selbstverwirklichung stillen lässt.

Wann lohnt es sich, das Hobby zum Beruf zu machen?

Vor Kurzem hatten wir euch einen ausführlichen Bericht mit auf den Weg gegeben, was nach dem erfolgreichen Abitur, vor einem potenziellen Studium noch auf euch warten könnte. Was hier noch unerwähnt bleibt ist der sofortige Einstieg ins Berufsleben - ohne Studium, ohne Berufserfahrung. Wer sich keinem Unternehmen verpflichten möchte oder wer bereits viele Jahre Berufserfahrung gesammelt hat aber sein Leben verändern will, für den könnte es in Frage kommen, sein Hobby zum Beruf zu machen.

Doch für wen lohnt sich dieser Schritt? Ist er überhaupt sinnvoll? Was sollte beachtet werden und wie findet man heraus, ob es sich überhaupt lohnt, das Hobby zum Beruf zu machen? Diese und weitere Fragen möchten wir hier beleuchten und euch einige praktische Hinweise mit auf den Weg geben, bevor ihr ins kalte Wasser springt.

Die Grundsatzfrage

Natürlich solltet ihr euch zunächst sicher sein, dass ihr diesen Sprung wagen möchtet. Allerdings - das ist das gute an der Selbstständigkeit - müsst ihr nicht automatisch alles andere aufgeben. Wenn es Zeit und finanzieller Rahmen erlauben, kann man den Weg zur Realisierung seines Traumjobs auch nebenher angehen. Das heißt, Hobby zum Beruf machen und nebenher studieren oder nebenher noch seiner (hoffentlich bald) alten Arbeit nachgehen ist durchaus möglich. Schließlich geht es hier um ein Hobby, in das man ohnehin Freizeit investiert. Allerdings - dessen sollte man sich vorher bewusst sein - wird mehr Zeit aufgewendet werden müssen, wenn man das Hobby professionell betreiben möchte. Grundsätzlich empfehlen wir euch, es langsam aber dennoch zielstrebig angehen zu lassen, wenn ihr euch noch unsicher seid, ob es der richtige Weg ist. Eine weitere Absicherung wie Studium oder ein Haupt-Beruf ist stets eine sichere Bank, falls die Idee doch nicht so aufgeht wie erhofft.

Checkliste

Ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, das eigene Hobby professionell als (selbstständigen) Beruf zu betreiben, ist die wichtigste Frage überhaupt. Daher solltet ihr vorab eine Checkliste abarbeiten um herauszufinden, ob es überhaupt sinnvoll ist, diesen Weg zu bestreiten.

1.) Die Talentfrage

Die wohl wichtigste Frage: Ist dein Talent so gut und vielfältig, dass es die Anforderungen des Arbeitsmarktes erfüllt? Dies ist insbesondere für künstlerische Berufe sehr wichtig.

2.) Sei ehrlich zu dir selbst

Frage dich selbst, wie groß die Begeisterung für das Hobby ist. Bist du passioniert genug, um sehr viel Zeit dafür aufzuwenden und bist du auch bereit, viel Zeit damit zu verbringen, wenn es gerade einmal keinen Spaß macht? Kannst du konstante Leistung abrufen? Hier hilft es, Freunde und Familie zu fragen und um eine ehrliche Einschätzung zu deinem Hobby zu geben.

3.) Berufsrichtung finden

Bei den meisten Hobbies gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie in einen Berufsweg einzubauen. Du solltest dir genau überlegen, wie du dir deinen Arbeitsalltag in deinem Beruf vorstellst, welche Richtung du einschlagen möchtest und nach geeigneten und zu dir passenden Berufen suchen.

4.) Zugang bekommen

Frag dich, wie genau du in deinen Beruf einsteigen möchtest. Wo und wie bekommst du Kunden und Aufträge? Wo kannst du dich weiterbilden? Wo findest du potenzielle Arbeitsplätze, um deinem Traum nachgehen zu können?

Außerdem solltest du zu Beginn gegebenenfalls Kontakte zu gleichgesinnten suchen. Wenn du dein Hobby als Freelancer angehen möchtest, lohnt ein Blick auf nationale oder internationale Freelancingportale. Befasse dich mit deinem Metier, prüfe die Marktlage und versuche herauszufinden, wie groß die Nachfrage nach deiner Tätigkeit oder deinen Produkten ist.

Vom Hobby zum Beruf

Im Prinzip kann jeder den Weg einschlagen. Egal wie alt du bist, egal ob du dich vor, während oder nach dem Studium befindest oder überhaupt nicht studiert hast oder studieren willst. Wer ein Hobby ausübt, das es hergibt, es selbstständig oder im Beruf auszuleben, der kann oder sollte sogar die Chance ergreifen. Allerdings - dessen solltest du dir auch bewusst sein - gibt es nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile, die man sich nicht schönreden sollte.

Vor- und Nachteile

Der größte Vorteil ist zugleich auch der größte Irrglaube, wenn man eine falsche Vorstellung davon hat. Sicher, man kann die gesamte Arbeitswoche mit etwas verbringen, was einem Spaß macht. Die Erfüllung, die man sonst nur vom Feierabend kennt, tritt dann ständig ein. Außerdem ist man - sofern man dem Hobby in selbstständiger Form nachgeht - ungebunden, unterliegt keinen Anweisungen und kann freiwillig agieren. Wenn ein Kredit für den Start erforderlich ist, ist die Hemmschwelle geringer, wenn man die Vorteile stark überwiegen sieht.

Man darf aber keinesfalls vergessen, dass das Hobby in dem Moment, in dem man darauf angewiesen ist, automatisch zur Arbeit wird. Insbesondere zu Beginn wird die 40 Stunden Woche auch schnell mal überschritten und es steht zudem eine Menge Nebenarbeit in Form von Papierkram, EDV, gegebenenfalls Marketing und so weiter an. Dies ist sicherlich nicht jedermanns Sache, denn das kann auch schnell in Stress ausarten und wenn ein Kredit mit im Spiel ist, droht zudem der finanzielle Ruin, wenn alles nach hinten los geht.

Daher haben wir zu Beginn nicht umsonst empfohlen, es bei Zweifeln zunächst langsam angehen zu lassen.

Branchen

Wenn du eher in den Bereich der künstlerischen Berufe wie Maler, Musiker, Autor oder Designer gehen möchtest, empfehlen wir unbedingt, umfangreiche Erfahrungen mit Freelancer-Portalen aufzubauen und den Markt zu analysieren. Du selbst musst dich zur Marke machen und deine Werke, Texte und Erzeugnisse gewinnbringend verkaufen können. Wenn du nicht zum Beispiel als Autor in einem Medienkonzern angestellt werden willst oder einen Karrikaturisten-Beruf in einer Zeitung ausüben möchtest, wirst du nicht umhinkommen, dein Hobby in selbstständiger Form zum Beruf zu machen.

Wenn dich die Finanzbranche interessiert und du beispielsweise bereits hobbymäßig erfolgreich Aktion gehandelt, Daytrades durchgeführt oder mit Geld spekuliert hast, kannst du dein Hobby sowohl selbstständig als auch in einem Unternehmen zum Beruf machen. So ist es nicht nur für Forex-Trader interessant, versierte Fachleute aus dem Finanzsektor zu finden - selbst als Quereinsteiger - sondern es kann auch interessant sein, auf selbstständiger Basis auf Handelsplattformen oder bei Forex-Tradern zu handeln und zu spekulieren. Der Einstieg ist hier relativ leicht, allerdings benötigst du ein gewisses Startkapital und die Chancen stehen relativ schlecht, dass du hier einen Gründerzuschuss oder ein Darlehen für diesen Zweck bekommst.

Selbst als Hobbysportler können sich interessante Berufsmöglichkeiten ergeben. So mag man zunächst denken, als Hobby-Amateurfußballer könne man nur schwer das Hobby zum Beruf machen. Der Schlüssel liegt aber im "um die Ecke denken", wie das Beispiel der Firma Sporthacks zeigt. Die Hobbyfußballer haben einen Bedarf an Kompressionsstrümpfen für den Amateurfußball entdeckt und daraus ihr eigenes Unternehmen aufgebaut.

Wenn dein Hobby eine handwerkliche Tätigkeit wie beispielsweise Nähen ist, gibt es auch hier große Chancen für eine selbstständige Tätigkeit. Heute sind handgenähte Kleidung und Alltagsgegenstände sehr gefragt, insbesondere wenn sie qualitativ hochwertig sind. Absatzmärkte gibt es über einschlägige Portale und neuerdings hat sogar Amazon einen eigenen Marktplatz für selbst hergestellte Produkte vorgestellt.

Auch für Gamer gibt es durchaus Potenzial am Markt, um selbstständig zu werden. Die Möglichkeiten reichen von Youtube- und Game-Streams bis hin zu einem eigenen Webportal mit Berichten, Spieletests oder Informationen zu eSport und so weiter. Zwar ist die Konkurrenz hier sehr groß, mit der richtigen Idee lässt sich aber der Durchbruch am Markt durchaus schaffen.

Wer gerne um die Welt reist und neue Orte entdeckt, kann sich problemlos über einen eigenen Reiseblog selbstständig machen. Über Affiliate-Programme lässt sich gutes Geld verdienen, wenn die Seite eine gewisse Besucherschwelle überschreitet. Der Weg dahin, dass es sich am Ende rechnet und man davon leben kann, ist aber meist lang, sodass es sich hier besonders lohnt, die berufliche Selbstständigkeit zunächst nur nebenher anzugehen.

Um die Ecke denken

Egal welche Art Hobby du ausübst, letztendlich gibt es in nahezu jedem Bereich das Potenzial, Geld damit zu verdienen. Man muss nur die richtige Nische für sich finden, ein wenig um die Ecke denken und sich fragen, welche Möglichkeiten man wahrnehmen möchte.

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