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Das musst Du wissen, wenn Du dich schon als Student selbstständig machen willst

Von Tim Weber am 15-02-2018

In der heutigen Welt gilt in vielen Sparten, dass nur der frühe Vogel den Wurm fängt. Wenn Du dich also sowieso nach dem Studium selbstständig machen willst, kannst Du eigentlich auch jetzt schon damit beginnen.

Schon klar: Ein heutiges Bachelor- oder Masterstudium ist alles andere als mit viel Freizeit gesegnet. Im Gegenteil, dadurch, dass das Studium heutzutage im Vergleich zu früheren Jahren ungleich stärker „verschult“ ist, bleibt oft nicht mal mehr genug Zeit, um einen normalen Studentenjob durchzuziehen. Doch wenn Du zu denjenigen gehörst, die absolut felsenfest davon überzeugt sind, sowieso mit dem Abschluss in der Tasche zu niemandem mehr „Chef“ sagen zu müssen, dann könnte es sich lohnen, schon während des Studiums alle Weichen in Richtung Selbstständigkeit zu stellen. Auf den folgenden Zeilen verraten wir dir die wichtigsten Facts, die zwischen Erfolg und Niederlage bei diesem Unterfangen unterscheiden können.

1. Der frühe Vogel

Gleich der erste Punkt ist wirklich ein massiver Vorteil. Du hast es vielleicht schon bei älteren Kommilitonen mitbekommen: Wenn die den Abschluss in der Tasche haben, ist oft erst mal Verwirrung angesagt. Das liegt daran, dass man nach dem ganzen Studienstress nicht unbedingt Lust hat, sich gleich schon wieder in das nächste fremdbestimmte Abenteuer zu stürzen, hat aber auch gewisse altersbedingte Gründe.

Wenn Du jedoch jetzt schon zumindest die Vorarbeit deiner Selbstständigkeit leistest, fällt dir dieser Batzen nach dem Studium schon mal weg – und ist dein Business erfolgreich, kannst du es dann vielleicht wirklich langsam angehen lassen, wenn deine Kommilitonen sich im Bewerbungsstress befinden.


2. Förderung als Student?

Sicher weißt Du, dass man in Deutschland Selbstständigen staatlicherseits unter die Arme greift. Doch wie sieht die Sache noch während dem Studium aus? Hilft Vater Staat auch dynamischen Ganz-Jungunternehmern beim Einstieg, obwohl sie noch immatrikuliert sind? Die gute Antwort: Auf jeden Fall tut er das.

Denn die Förderprogramme der Bundesrepublik machen keinen Unterschied, ob man gerade studiert, angestellt ist oder im Extremfall unter der Brücke schläft. Wer sich in der Förderdatenbank des Wirtschaftsministeriums umsieht und dort sein Themenfeld findet, kommt ohne Wenn und Aber für eine Förderung infrage. Zudem gibt es vom gleichen Ministerium auch noch das Programm EXIST. Das richtet sich speziell an Studenten und hilft mit Geld und/oder Sachmitteln.  

3. Was Du können musst

Steve Jobs gründete einst einen der heute mächtigsten Tech-Konzerne der Welt in seiner eigenen Garage mit wenig mehr als ein paar Elektronikkenntnissen. Gut, das ist ein Extrembeispiel, bei dem auch eine saftige Portion Glück mit im Spiel war. Darauf kannst Du nicht vertrauen und als angehender Gründer solltest Du deshalb einige Skills wirklich vorher lernen, damit die Sache rundläuft.

  1. Besorge dir ein anständiges Programm, das deine Buchhaltung übernehmen wird und lerne, wie man es bedient. Und anschließend tauchst Du in die BWL-Grundlagen ein, ganz besonders wenn Du darin nicht sattelfest bist. Deutschland ist ein wahrer Dschungel voller Steuerregularien. Deine Idee kann noch so gut sein, wenn deine Businesszahlen nicht stimmen und in deinen Unterlagen Chaos herrscht, versteht das Finanzamt echt keinen Spaß – auch nicht gegenüber Anfängern.

  2. Gewöhne dir eine Jugendwort-freie und seriös-hochdeutsche Sprache an. Ja, dazu gehören auch einige Business-Klischeewörter. Aber die werden nun mal im Umgang mit B2C- und B2B-Kunden erwartet, besonders bei letzterem.

  3. Belege einen IHK- oder HWK-Schnellkurs im Vertragsrecht. Du wirst vieles unterzeichnen müssen aber kein Geld für einen Anwalt haben.

  4. Pauke die Grundlagen des Marketings. Sie sind für absolut jedes Produkt und jede Dienstleistung gleich. Du musst kein Genie in diesem Feld sein. Wichtig ist nur, dass Du verstehst, dass Marketing mehr ist als nur Werbung und du zumindest in Grundzügen eine SWOT-Analyse machen kannst.

  5. Lerne, dir Hilfe zu suchen. Lass dir von Profs oder Dozenten sagen, was sie von deinem Businessplan halten, weihe Familienmitglieder ein. Auf der untersten Ebene sorgst Du so dafür, dass dein Business besser startet. Doch Du lernst zudem für die Zukunft, dich nicht als Einmann-Armee zu verbrennen, sondern andere mit ins Boot zu holen und zu delegieren.

  6. Beleg einen Zehnfinger-Schreibkurs. Lerne, wie man ein rechtssicheres Angebot schreibt, pauk die Grundlagen der deutschen Rechtschreibung.  Das alles, damit Du sofort losarbeiten kannst, ohne über wirklich sehr unnötige Fehler zu stolpern.

Vielleicht hast Du schon einen Teil dieser Skills drauf. Das ist klasse. Aber verlasse dich trotzdem nicht blind darauf, sondern versuche, sie auch nochmal aufzufrischen, bevor Du wirklich an die handfeste Gründungsarbeit gehst. Du weißt selbst, wie schnelllebig unsere Welt ist. Check dazu bitte auch, ob deine Hochschule Gründerlehrgänge anbietet – viele tun das bereits.


4. Wo Du arbeiten kannst

Es gibt Gründungen, die laufen vom kleinsten Studenten-Wohnklo aus, weil sie nicht mehr als einen Laptop benötigen. Das ist natürlich ein ziemlicher Idealzustand. Aber wenn dein Businessplan eben mehr benötigt oder Du dich vielleicht in einer WG schlicht nicht in Ruhe deiner Arbeit widmen kannst, wirst Du definitiv eine Basis brauchen.

Als erstes solltest Du dich dafür nicht vom Campus fortbewegen: So manche Unis und FHs bieten nämlich sehr günstig zu mietenden Gründerbüros an. Sollte sich da nichts Passendes finden, check, ob es in der näheren Umgebung Labs oder Coworking Spaces gibt. Das hat nicht nur den günstigen Platz-Vorteil, sondern es ist mittlerweile erwiesen, dass in diesen Zentren die Kreativität bei der Gründung wesentlich besser gedeiht, als wenn man sich allein in seinem Kämmerlein einschließt. Ergo: Auch wenn deine Selbstständigkeit von der Studentenbude aus funktioniert, lass dich trotzdem ab und zu mal in solchen Räumlichkeiten blicken, um dich mit Gleichgesinnten auszutauschen und von ihnen die Do’s und Dont’s zu lernen, die man nur im harten Gründer-Alltag mitbekommt.

Und selbst wenn Du dich nur mit einem Online-Shop selbstständig machen willst, kannst Du die dafür nötigen Lagerräume auch in den meisten Städten günstig anmieten und musst nicht gleich auf das wesentlich teurere „Firmenräume-Level“ klettern.


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