Bewerbungsfoto nutzen: Ja oder Nein?

Von Christian von richtiggutbewerben.de am 24-04-2017
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Bewerbungsfoto nutzen: Ja oder Nein?

Früher wurde jedem Bewerber beigebracht: In die Bewerbung, am besten in den Lebenslauf rechts oben, gehört ein Bewerbungsbild. Passfotoformat, vielleicht mit Büro- oder Heftklammern notdürftig in den Unterlagen befestigt und auf der Rückseite mit Namen und Adresse beschriftet, damit es auch noch zugeordnet werden kann, wenn sich die Befestigung löst. Das hat sich natürlich im Zeitalter digitaler Bewerbungen erledigt, doch eine Frage bleibt: Soll ich überhaupt noch ein Bewerbungsfoto nutzen? Ist das noch zeitgemäß? Diese Fragen klärt unser Gastautor Christian von richtiggutbewerben.de

Alles kann, nichts muss

Generell gilt bei Bewerbungen: Sämtliche Aussagen und Angaben, die du machst, sind natürlich freiwillig. Das gilt auch für das Bewerbungsfoto. Grundsätzlich gilt aber: Unternehmen dürfen Kandidaten aufgrund des Aussehens ablehnen. Dabei spielt die Art des Jobs (und auch beispielsweise Kundenkontakt) keine Rolle. Natürlich ist eine Ablehnung wegen äußerer Kriterien höchst unfair und moralisch fragwürdig. Falls das Aussehen tatsächlich der Grund einer Absage für die Bewerbung ist, wird deshalb kaum ein Unternehmen eine Begründung mitliefern.

Anders sieht die rechtliche Frage allerdings bei Ablehnungen aufgrund des Alters, Geschlechts, der ethnischen Herkunft, sexuellen Orientierung, Religion oder Behinderung aus: Bereits im 1§ des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz wird festgelegt, dass niemand aufgrund der oben aufgezählten Dinge benachteiligt werden darf. Deshalb sind auch Absagen auf Bewerbungen aus den oben genannten Gründen nicht rechtens und können gerichtlich angefochten werden. Damit erst gar nicht der Anschein erweckt wird, eine Entscheidung gegen einen Bewerber könnte diese Punkte als Ursache haben, wählen die meisten Unternehmen den Weg, dass Sie keine Begründung für eine Absage mitliefern. Das kann frustrieren, ist aber doch üblich.

Gesetzlich gilt also, dass du natürlich kein Bewerbungsbild mitliefern musst. Falls du es tust, darf das Unternehmen dir aber aufgrund deiner äußeren Erscheinung absagen, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen. Moralisch fragwürdig, unfair, aber rechtlich in Ordnung.

Nehme ich jetzt trotzdem ein Bewerbungsfoto?

Wenn mich der potenzielle Arbeitgeber aufgrund des Aussehens ablehnen kann und ich kein Foto in der Bewerbung mitschicken muss, wäre es dann nicht viel klüger, gar kein Foto zu benutzen? Hier gilt ein klares Jaein! In Deutschland ist es, anders als beispielsweise in den USA, absolut üblich, dass sich der Bewerber auch optisch präsentiert und von der besten Seite zeigt. Und die allermeisten Bewerber nutzen diese Option. Aus diesem Grund fallen Bewerbungen ohne Bild immer noch auf. Der Recruiter fragt sich: Warum hat diese Bewerbung kein Bild? Und eines mögen Personaler niemals: Offene Fragen zu einem Bewerber! Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass auch bei Jobs ohne direkten Kundenkontakt, ein fehlendes Foto (vielleicht auch unterbewusst) zum Ausschlusskriterium wird. Potenzielle Chefs sind auch nur Menschen - und wenn jemandem direkt ein Gesicht zu einem Lebenslauf an die Hand gegeben wird, wird unterbewusst direkt eine engere Verbindung hergestellt.

Wenn Bewerbungsbild, bitte professionell

Wenn du dich aber für ein Bewerbungfoto entscheidest, solltest du eines auf keinen Fall tun: Bitte, bitte lass die Finger von einem Urlaubsschnappschuss oder einem Bild, dass du mal eben gemacht hast. Auch wenn du darauf hervorragend getroffen bist und das Foto allgemein vielleicht ein super Bild von dir ist: Sowas kannst du auf Facebook oder Instagram posten. In der Bewerbung hat das absolut nichts verloren. Falls du einen kompetenten und fotoaffinen Freund mit Profi-Ausrüstung hast, kannst du dir natürlich dort Hilfe holen - im Zweifel lohnt sich aber der Weg zu einem professionellen Fotografen. Da gilt leider häufig: Gute Leistung hat ihren Preis. Mach dich also schlau, frage Bekannte nach Erfahrungen oder suche Online einen guten Bewerbungsfotografen.

Professionelle Bewerbungsfotos können in einem Fotostudio beim Fotografen gemacht werden lassen.

Fazit

In Deutschland nutzen immer noch viele Bewerber freiwillig die Option, ein Bewerbungsfoto der Bewerbung anzuhängen. Sie müssen es nicht, dürfen es aber! Während in den USA strenge anonymisierte Auswahlverfahren an der Tagesordnung sind, ist das Bewerbungsbild auf dem deutschen Arbeitsmarkt normal - und leider fällt man oft auf, wenn mein keines verwendet. Generell gilt: Wenn du dich ohne Foto in den Unterlagen wohler fühlst, kannst du dich natürlich auch ohne Bewerbungsbild bewerben. Falls du aber die Möglichkeit nutzt, dich auch mit deiner professionellen Ausstrahlung zu empfehlen, sind hier gewisse Standards angesagt: Qualitativ hochwertige Fotos, ein ordentliches Outfit und eine optimale Platzierung in der Bewerbung - so wird deine eigene Präsentation zum Erfolg.

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