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Erasmus in Amsterdam

Erasmus in Amsterdam- schon am Flughafen wird man von diesen 10 Buchstaben begrüßt, vor denen täglich hunderte von Touristen posieren. Fakt ist: nur wenige Städte kümmern sich um Place Branding so gekonnt wie Amsterdam. Die Stadt mit den unzähligen Grachten und Fahrrädern zieht jährlich nicht nur knapp acht Millionen Touristen an, sondern ist auch zu einem beliebten Studienort für einheimische, aber auch ausländische Studierende geworden. Dank der geographischen und sprachlichen Nähe zu Deutschland wagen knapp 900 deutsche Studierende den Schritt ins Ausland im Rahmen eines Erasmus-Semesters in den Niederlanden. Neben anderen niederländischen Studentenstädten wie z.B. Rotterdam, Maastricht oder Den Haag, ist Amsterdam besonders durch sein internationales Flair bekannt, denn Menschen 180 verschiedener Nationalitäten gestalten das tägliche Leben in dieser pulsierenden Stadt. Aber genug von Zahlen und Fakten: in folgendem Artikel erfährst du Tipps und Tricks, wie du die Stadt an der Amstel und Holland mit der Basis eines Studenten-Budgets erkunden kannst und ein richtiger “Dutchie” wirst.

Wohnen auf Holländisch

Hat man erst einmal die Zusage für ein Erasmus-Semester in der Tasche, beginnt der eigentliche organisatorische Aufwand: Wohnung, Versicherungen, Umzug, etc.- Hilfe? Die meisten Erasmusstudenten erhalten jedoch genügend Unterstützung, sowohl von der eigenen, als auch von der Gastuniversität. Das International Office stellt Informationen zu Plätzen in Studentenwohnheimen zur Verfügung und unterstützt zudem bei Behördengängen wie z.B. die Anmeldung des Wohnsitzes. Dies ist besonders in Amsterdam hilfreich, denn wer deutsche Mietpreise gewohnt ist, wird sich diese schnellstens zurückwünschen. Amsterdam ist ein teures Pflaster und eine zentrale und zudem bezahlbare Wohnung zu finden ist meist ein schwieriges Unterfangen. Für ein Einzelzimmer in einer WG sollte man mit mindestens 610 Euro rechnen, nach oben sind (leider) keine Grenzen gesetzt. Wer etwas preisgünstiger wohnen möchte, sollte sich in den angrenzenden Gemeinden wie z. B. Amstelveen, wo sich auch die Studentenwohnheime befinden, Haarlem oder Hoofddorp umsehen. Eine andere Wohnmöglichkeit sind die Studenten Hotels wie z. B. The Student Hotel Amsterdam oder Hotel Jansen, in denen viele Studenten und Praktikanten leben. Für ein Zimmer sollte man hier ca. 750 bis 1.050 Euro monatlich einplanen, je nach Raumgröße und Servicewünschen. Je nach Erfüllung von bestimmten Voraussetzungen, kann man auch als Erasmus-Student Recht auf „huurtoeslag“ d. h. eine Mietförderung vom Staat haben. Dieser ist unter anderem abhängig von dem Einkommen und der Kaltmiete, muss jedoch nicht zurückgezahlt werden. Wichtig ist, dass alle Mieter der Wohnung diese Voraussetzungen erfüllen.

Reisen auf Holländisch

Erasmus in Amsterdam

Aufgrund des schwierigen Wohnungsmarktes wohnen viele Niederländer außerhalb der Stadt. Dank des gut ausgebauten Verkehrsnetzes kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln jedoch gut von A nach B. Für die Benutzung von Bus, Bahn, Metro oder Zug braucht man eine OV Chipkaart, welche wie eine Art Guthabenkarte funktioniert. Man kann sich natürlich auch ein monatliches Abonnement zulegen. Ganz wichtig: man sollte nie vergessen, mit der Karte ein- und auszuchecken, denn sonst wird mehr Geld von der Karte abgezogen, als einem lieb ist und das kann auf Dauer teuer werden. Der bekanntlich einfachste Weg sich im flachen Holland fortzubewegen, ist das „Fiets“ – das Fahrrad, und Amsterdam ist in dieser Hinsicht besonders, denn es gibt mehr Fahrräder als Einwohner. Leider werden jährlich rund 100.000 Fahrräder geklaut, weshalb mindestens 2 dicke Schlösser Pflicht sind. Zudem landen fast 25.000 Fahrräder in den Grachten, von denen jährlich nur rund 8.000 gerettet werden. Ähnlich wie bei der Wohnungssuche, empfiehlt es sich, verschiedene Facebookgruppen wie z. B. Amsterdam Bike Marketplace oder Bikes – Secondhand und Used Bikes Amsterdam zu konsultieren, da man dort Fahrräder von 30 – 100 Euro von Privatpersonen kaufen kann.

 

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Studieren auf Holländisch

Dank der Erasmus+ Förderung zahlt man die Studiengebühren an der Partnerhochschule nicht. Trotzdem sollte man die hohen Lebenshaltungskosten nicht unterschätzen. Die Vrije Universität Amsterdam ist jene Universität, die die meisten Erasmus Studenten in Amsterdam betreut.

Natürlich gibt es noch weitere interessante Universitäten wie z. B. die Universiteit van Amsterdam, die Amsterdam Business School oder das Amsterdam University College. Die Semester in den Niederlanden sind noch einmal in drei Perioden unterteilt. Je nach Studienfach belegt man pro Periode ein bis zwei sehr zeitintensive Kurse, die mit 6 ECTS angerechnet werden. Das Gute an diesem System: anders als in Deutschland schreibt man die Klausuren kontinuierlicher und muss somit nicht 5 Prüfungen in 2 Wochen ablegen sondern nur 2 Klausuren pro Periode schreiben. Alle Universitäten sind Teil des Erasmus Student Netzwerkes (ESN) und bieten den Studierenden tolle Partys und Ausflüge in den Niederlanden, aber auch in anderen europäischen Städten an. Wer die holländische Kultur stärker kennenlernen und die Sprache erlernen möchte, für den kann auch ein Buddy-Programm sehr interessant sein. Hierbei übernimmt ein einheimischer Student sozusagen die Betreuung und hilft beim Einleben im neuen Land.

Freizeit auf Holländisch

Amsterdam ist immer einen Besuch wert und egal ob Kunstliebhaber oder Partymacher, jeder kommt hier auf seine Kosten. Wer neben den Vorlesungen Zeit und Lust hat, kann z. B. mit dem Fahrrad gemütlich in die Stadt fahren und das gute Wetter an und auf den Grachten genießen. Auch für ausgedehnte Shoppingstrips und Marktbesuche ist Amsterdam bestens geeignet.

Unsere persönliche holländische Bucket-List beinhaltet folgende Punkte, die man unbedingt gemacht haben muss (natürlich auf Studentenbudget):

  • Museen – allein in Amsterdam gibt es unzählige Museen mit interessanten Ausstellungen zu Kunst, Fotografie und Geschichte. Die wichtigsten niederländischen Maler finden sich im Rijksmuseum wieder. Und wer kennt die berühmte Geschichte rund um Anne Frank nicht? Leider sind die Museen in den Niederlanden vergleichsweise teuer (ca. 10 bis 15 Euro pro Besuch) und es gibt kaum Studentenrabatte. Wenn man jedoch einen angemeldeten Wohnsitz in den Niederlanden hat, kann man sich eine “Museum Card” für einmalig 60 Euro ausstellen lassen. Die gewährt innerhalb eines Jahres uneingeschränkten Eintritt zu über 400 Museen in den Niederlanden. Definitiv einer der besten Wege preiswert Kultur zu erleben.
  • Märkte – wer nicht in den Supermärkten, welche vorwiegend männliche Namen wie Albert oder Dirk tragen, einkaufen gehen möchte, sollte unbedingt einen der verschiedenen Wochenmärkte wie z. B. den samstags stattfindenden Nordermarkt besuchen. Einer der größten Flohmärkte Hollands findet immer am ersten Wochenende des Monats auf der NDSM Werft in den IJ-Hallen statt und ist definitiv einen Besuch wert. In den Norden kommt man mit der kostenlosen Fähre (Spartipp!). Neben Fahrrädern kann man dort viele nützliche Dinge zu geringen Preisen erwerben. Zu guter Letzt: was wäre Holland ohne Käse? Gouda und Alkmaar sind tolle Städte, in denen man Sightseeing mit einem Besuch auf dem Käsemarkt verbinden kann.
  • Dutch Cuisine – wenn man eine längere Zeit in den Niederlanden lebt, wird man sich zumindest ein wenig an die „seltsamen“ Essgewohnheiten gewöhnen. Buttertoast mit bunten Streuseln, Hering, oder Bitterballen sollte man definitiv einmal probieren. Auch ein HEINEKEN Bier gehört zu Amsterdam dazu. Vielleicht gibt es diese Gerichte ja auch in der Mensa deiner Gastuniversität?
  • Keukenhof und Kinderdijk – wer der Stadt etwas entkommen möchte, sollte am Wochenende den größten Tulpenhof Hollands oder das Windmühlendorf besuchen. Der Tulpenhof ist nur in den Frühlingsmonaten geöffnet und bietet eine große Vielzahl an bunten Tulpenfeldern. Wer weniger touristische Orte mag, kann sich eine halbe Stunde in den Zug setzen und direkt ans Meer fahren z. B. nach Zandvoort an Zee.

 

Neben den genannten Attraktionen lohnen sich Tagesausflüge in kleinere umliegende Städte wie z. B. Leiden oder Utrecht. Diese sind weniger touristisch und auch etwas preiswerter. Ein toller Tipp für alle, die mehr über die Städte erfahren wollen: Free Walking Tours. Immer mehr Einheimische führen an Wochenenden und in ihrer Freizeit Touristengruppen durch die Stadt und erzählen viel über Stadtgeschichte und aktuelle Entwicklungen. Wie der Name schon sagt, ist dieses Angebot komplett kostenfrei, wem es gefallen hat, gibt natürlich gerne Trinkgeld.

Die Erasmuszeit zeichnet sich vor allem durch wilde und vor allem unvergessliche Parties aus. Dabei beschränken sich die meisten Studenten nicht nur auf das eigene Wohnheim, sondern nutzen natürlich auch die Clubs vor Ort. Neben den Parties, die vom Erasmus Studenten Netzwerk organisiert werden, kann Amsterdam mit einem sehr kosmopolitischen Nachtleben aufwarten. Die vielen Bars, Coffeeshops und Clubs bieten für jeden Geschmack etwas: egal ob Hiphop, Techno oder doch lieber ein Besuch in einem Nachttheater. Das Zentrum des Amsterdamer Nachtlebens findet man an der Leidseplein. Hier gibt es mehrere Theater, Kinos sowie das Casino und Hard-Rock Café. Nur wenige Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof kann man durch die engen Gassen des Rotlichtviertels "De Wallen" auf der Rückseite des Dams schlendern und sich die Frauen hinter den Fenstern anschauen. Besonders interessant ist geführte abendliche Touren durch das Rotlichtviertel, welche besonders auf die Geschichte der Prostitution in Amsterdam eingeht, aber auch die heutige Situation der Frauen hinter den Glasscheiben genauer beleuchtet. Wer es lieber gemütlich mag, findet in Jordaan oder De Pijp weitere gemütliche Cafés und Bars, die zu späterer Stunde auch kleine Tanzflächen eröffnen.

Erasmus in Amsterdam

Das Zitat “Exchange isn’t just a year in your life. It’s your life in a year.” Ist wahrscheinlich eines der Erasmuszitate, welches man erst versteht, wenn man sich auf dem Campus einer fremden Universität auf der Suche nach dem Vorlesungssaal verirrt, das Mensa-Essen trotz Warnung der neuen Kommilitonen doch einmal ausprobiert und eine typische Freitag-Abend-Wohnheimparty mit den anderen Austauschstudenten mitgemacht hat. Wer Augen und Ohren offen hält und ein paar der Tipps von Einheimischen oder Kommilitonen annimmt und sich auf die niederländische Kultur einlässt, kann das Erasmus Semester in Amsterdam und den Niederlanden allgemein zu einem ganz besonderen Jahr machen.

Weitere Informationen zum Erasmus-Programm und den Kosten für ein Auslandssemester findet ihr auf GetYourGuide.

 


Katharina N. (20), Bachelor-Studentin International Business in Dresden

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