Richtig bewerben: So gestaltest du dein erfolgreiches Anschreiben

Von Julia P. am 03-04-2017 0 Kommentare | 187 Views

Auch wenn der deutsche Arbeitsmarkt sich in den letzten Jahren aus Sicht der Arbeitnehmer spürbar erholt hat: In vielen Branchen ist die Konkurrenz unter den Bewerbern nach wie vor hart, was besonders bei Stellenausschreibungen beliebter Arbeitgeber der Fall ist. Umso wichtiger ist in diesem Zusammenhang eine gleichermaßen kreative wie aussagekräftige Bewerbung. Besonders das Anschreiben sticht heraus, weil der frei formulierte Text die Möglichkeit bietet, sich von den übrigen Mitbewerbern für die Stelle abzuheben. Im folgenden Beitrag erfährst du worauf es bei einem Anschreiben ankommt.

Mann wirft Zettel in die Luft

Während der Lebenslauf eher kurz und prägnant gehalten werden sollte, geht es bei dem Anschreiben darum, die eigene Motivation deutlich zu machen. Auch wenn es sich um einen Fließtext handelt, sollte der Inhalt einem bestimmten Schema folgen.

1. Betreff und Anrede

Im Betreff kannst du auf eine mögliche Stellenausschreibung Bezug nehmen, musst aber nicht. Bedenke jedoch, dass dies besonders dem Personaler die Zuordnung deiner Bewerbung vereinfacht, wenn du z.B. die Referenznummer angibst. Handelt es sich um eine Initiativbewerbung, sollte sich auch dieser Begriff in der Betreffzeile wiederfinden. Die Anrede erfolgt namentlich, sofern ein Ansprechpartner bekannt ist. Falls in der Stellenanzeige kein konkreter Ansprechpartner genannt wurde, solltest du dennoch probieren, diesen ausfindig zu machen. Auf den Unternehmenswebsites kannst du oft in den Kategorien „Wir über uns“ oder „Unser Unternehmen YXZ“ oder im Impressum die allgemeinen Kontaktdaten recherchieren, und diese dann nutzen um eine E-Mail an die Personalabteilung zu schreiben oder direkt anzurufen. Dies zeigt nicht nur, dass du dich mit der Stelle befasst hast und die Stellenanzeige bis zum Ende gelesen hast, sondern, dass es dir mit der Bewerbung ernst ist und du großes Interesse hast.

2. Die Einleitung - Interesse wecken

In den ersten drei bis vier Zeilen solltest du das Interesse des Lesers für die eigene Person wecken. Klingt schwierig? Ja! Aber mit ein paar Tricks und Tricks gelingt der problemlose Einstieg ins Anschreiben. Folgende typische und möglicherweise gar phrasenhafte Formulierungen solltest du - wie auch im übrigen Teil des Anschreibens - nach Möglichkeit vermeiden:

  • Hiermit bewerbe ich mich (Wirklich? Das hätte man bei dem Anschreiben und Lebenslauf kaum vermutet)
  • Ich bewerbe mich für die Stelle XYZ gefunden auf XXX am XXX (Diese Informationen gehören in den Betreff)
  • Mit Begeisterung / Mit großem Interesse nahm ich Ihre Stellenanzeige zur Kenntnis (Natürlich hast du Interesse, oder würdest du dich sonst bewerben?)

Diese Formulierungen zeigen, dass der Bewerber sich nur wenige Gedanken gemacht hat und es sich um standardisierte Phrasen handelt, die in x-beliebigen Bewerbungen versandt werden. Ein guter Einleitungssatz erzeugt positive Emotionen wie z.B. Neugier, Interesse und Überraschung beim Leser und zeigt, dass du Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden kannst, indem du Wesentliches auf den Punkt bringst. Zudem ist es in der Einleitung durchaus zulässig, bereits eigene Qualifikationen zu nennen und diese mit der Stellenausschreibung zu verknüpfen.

3. Der Hauptteil - die Motivation verdeutlichen

Wer heute in einer Personalabteilung arbeitet, schätzt Authentizität. Die Bewerber sollten nachvollziehbar vermitteln können, warum sie sich für die Stelle als geeignet erachten. Es geht keinesfalls darum, den eigenen Lebenslauf zusammenzufassen; dafür wird dieser zumeist in tabellarischer Form beigelegt. Vielmehr solltest du begründen, warum du die Anforderungen erfüllst und dem Unternehmen einen erheblichen Nutzen bescherst. Dabei ist es allerdings durchaus zulässig, auf Stationen im Lebenslauf zu verweisen, wenn diese das Gesagte belegen können. Wer beispielsweise von sich behauptet, besonders belastbar zu sein, kann beispielsweise auf einen zeitintensiven Nebenjob im Studium verweisen. Wird davon ausgegangen, dass internationale Erfahrung für die Stelle von Bedeutung ist, sind Verweise auf die eigene Weltläufigkeit natürlich angebracht - sofern es sich nicht um den zweiwöchigen Italienurlaub handelt. An dieser Stelle stehen z.B. Auslandspraktika oder –jobs ganz hoch im Kurs, da diese belegen, dass du dich in fremden Umgebungen schnell einleben kannst, flexibel bist und zudem in mehreren Sprachen kommunizieren kannst. Es ist zulässig, auch sogenannte "Soft Skills" aufzuführen. Auch in diesem Zusammenhang gilt allerdings, dass diese vermeintlichen Vorzüge auch durch Fakten untermauert werden können. Sich selbst "Teamfähigkeit" zu attestieren erscheint nur als hohle Phrase, wenn der Bewerber nicht erklären kann, warum er diese Qualitäten mitbringt.

4. Der letzte Absatz - Gehaltswunsch und zusätzliche Informationen

Nun ist es wichtig deine Bewerbung zum Abschluss zu bringen. Wichtig ist, dass du beim Anschreiben den Rahmen einer DIN-A4 Seite einhältst. Je nach Anstellungsart, besonders bei Festanstellungen kannst du im letzten Abschnitt z.B. schon einen Gehaltswunsch angeben. Dabei ist ein Betrag empfehlenswerter als eine Gehaltsspanne - ansonsten wird augenblicklich über die niedrigere der beiden Summen verhandelt. Des Weiteren gehört zu den zusätzlichen Informationen, die in diesem Absatz auftauchen sollten, das frühestmögliche Eintrittsdatum. Dieser Teil endet mit dem Wunsch um ein persönliches Gespräch und der Grußformel. Wichtig dabei: Die eigene Unterschrift mit Datum nicht vergessen.

Mann unterschreibt Brief

Der äußere Eindruck

Unabhängig von dem Inhalt des Anschreibens wird auch auf die äußere Form geachtet. Dass "Eselsohren" bzw. Fettflecken auf der Bewerbung nicht zu suchen haben, sollte sich von selbst verstehen. Auch im digitalen Zeitalter nehmen Unternehmen noch Bewerbungsmappen an. Falls du eine solche Mappe einreichst, kannst du dich schon mit dieser durch einen positiven ersten Eindruck von der Konkurrenz absetzen. Anbieter wie z.B. Flyeralarm offerieren unterschiedliche Produkte wie hochwertiges und sogar individuelles Briefpapier oder Bewerbungsmappen - der erfahrene Personalchef bemerkt den Unterschied sofort und weist Qualität zu schätzen. Damit zeigt der Bewerber, welchen Stellenwert die Bewerbung für ihn besitzt. Noch ein Tipp zum Bewerbungsunterlagen-Knigge: Deckblatt, Lebenslauf, Zeugnisse, Referenzen, Zertifikate und Arbeitsproben werden in der Bewerbungsmappe eingeheftet. Das Anschreiben liegt nur lose auf. Wichtig: das Anschreiben und der Lebenslauf werden datiert und unterschrieben.



Julia P. (22) - Journalismus Studentin aus Köln

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