Die Top 5 Klischees der WG-Mitbewohner (Teil 2)

Von Julian S. am 21-01-2016 0 Kommentare | 548 Views

Im ersten Teil unserer Klischee-Serie hast du bereits zwei typische WG-Mitbewohner kennengelernt. Während sich der eine in deiner Abwesenheit ständig an deinem Essen im Kühlschrank bedient, lässt sich der andere eigentlich überhaupt nicht blicken und du hast die WG quasi für dich alleine. Jetzt folgen drei weitere Klischee Mitbewohner, die dir mit Sicherheit in fast jeder WG über den Weg laufen:

Der Beziehungs-Guru
Irgendwo zwischen Hitch, Barney Stinson und Lothar Matthäus ordnet sich der WG-Typ Beziehungs-Guru ein. Was auch immer in unserer Welt momentan abgeht: Der Beziehungs-Guru ist niemals - und ich betone niemals - single. Dabei muss man den Beziehungs-Guru übrigens strikt vom Langzeit-Single, der dich mit permanent wechselnden Geschlechtspartnern überrascht, trennen. Der Beziehungs-Guru ist tatsächlich auf eine längerfristig feste Bindung aus und versucht seinen Partner / seine Partnerin in das WG-Leben zu integrieren. Du als 6 jahrelanger (mehr oder wenig freiwilliger) Single bist somit oftmals nur das dritte Rad am Wagen, während der Beziehungs-Guru mit seiner vierten Partnerin im Jahr die Küche beschlagnahmt und verliebt Spaghetti kocht. Als Außenstehender hast du nun das viel zitierte "Pärchen auf der Parkbank" quasi live vor Ort in deinen eigenen vier Wänden und darfst über deine zahlreichen Versäumnisse in Sachen Beziehung philosophieren und dich überlautstarkes Gelächter aus dem Nebenzimmer aufregen.

Der Im Haushalt mit Absicht Versagende
Wie schafft man es für eine ungeliebte Aufgabe im Haushalt nie wieder eingeteilt zu werden, ohne dabei wie der faulste Mensch aller Zeiten zu wirken? Bingo! Man führt die zugeteilte Aufgabe derartig ungeschickt aus, dass die Mitbewohner lieber 10 Aufgaben parallel erledigen, statt dich um Hilfe zu fragen.

Dieses durchtriebene Manöver lernt man als Haushalts-Muffel bereits im Elternhaus und kann es später im WG-Leben ohne weiteres weiterhin umsetzen. Denn der im Haushalt mit Absicht Versagende weiß genau, an welchen Stellen er failen muss: Ein eingelaufenes T-Shirt nach dem Waschgang hier, das nur oberflächlich gesaugte Wohnzimmer da - beim gemeinschaftlichen Zusammenleben bieten sich unzählige Schauplätze, um das angebliche Nichts-Können zu präsentieren (weitere Beispiele: Müll in die falsche Tonne, Teller beim Abwasch zerbrechen, Weichspüler in die Wäschetrommel). Hat man dieses Vorgehen erst einmal perfektioniert, ohne dass die Mitbewohner von einem perfiden Plan dahinter und tatsächlich nur von der wiederkehrenden Motorik eines Baumstamms ausgehen, kann man einen extrem angenehmen Freifahrtschein zum Faulenzen für sich verbuchen. Der im Haushalt mit Absicht Versagende gibt den potentiellen Ruf als fleißiges WG-Bienchen liebend gerne ab und kann scheinbar berechtigterweise darauf pochen, dass "er ja alles versucht habe, aber leider aus unerklärlichen Gründen immer wieder an der korrekten Benutzung des Geschirrtuchs scheitere."

Der Nachgiebige
Der Nachgiebige putzt auch zum 5. mal alleine im Monat das Bad, weil ihm Sauberkeit wichtiger als exakt gleichgewichtete Arbeitsteilung erscheint. Jedes Mal wenn er dabei wieder den Lappen schwingt und in demütiger Position den Toilettenrand abkratzt, hinterfragt der Nachgiebige die Sinnhaftigkeit von WGs und träumt von einer zentralen 1-Zimmer Wohnung mit Balkon. Die direkte Ansprache an den Mitbewohner, der seine eigentlichen Pflichten mal wieder vernachlässigt, hat der Nachgiebige nach unzähligen Krisensitzungen aufgegeben, da hier offensichtlich zwei komplett gegensätzliche Kosmen vom Hygieneverständnis kollidieren und ein Dialog (im besten Fall) nur eine kurzfristige Verbesserung bewirken kann. Der Nachgiebige hasst Unordnung und hat innerhalb der Wohngemeinschaft das größte Bedürfnis nach Sauberkeit. Dies wird ihm häufig zum Verhängnis, da sich der Rest der Mitbewohner offenbar auch dann noch wohlfühlt, wenn der Haarbüschelbestand in der Dusche bereits die Dichte von Dantes-Afro (dem Wolfsburg Abwehrspieler) angenommen hat.

Mit diesem sprachlichen Bild möchte ich euch in die wunderliche Welt der WGs zurückentlassen und euch eure eigenen Erfahrungen machen lassen. 

Auf Wiedersehen und Wiederlesen.

Julian S. (22), Student der Germanistischen Linguistik und Deutschen Literatur, Berlin 

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.

Kommentar hinzufügen