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Der Leistungsdruck steigt bei vielen Menschen, wenn es zu wichtigen Abgaben kommt. Sei es eine wichtige politische Rede, eine wissenschaftliche Arbeit während des Studiums oder auch die finale und entscheidende Bachelor-/ Masterarbeit. Um diesem Stress entgegenzuwirken wenden sich immer mehr an einen Ghostwriter oder spezielle Ghostwriting Agenturen. Aber was genau macht ein Ghostwriter? 

 

Allgemeines über Ghostwriting

Ein sogenannter Ghostwriter ist eine Person, die im Auftrag einer anderen oder eines Verlages schreibt. Solche Ghostwriter werden in der Regel tätig, wenn der Auftraggeber zu wenig Zeit oder keine ausreichenden Fähigkeiten besitzt. Der Ghostwriter an sich ist nicht näher definiert. Prinzipiell ist jeder in der Lage ein Schreiber zu werden. Die Arbeit des Ghostwriters wird nicht erwähnt, somit erscheint sein Name auf keinem Schriftstück. 

Neben dem Ghostwriting gibt es auch die Co-Autorenschaft. Dann schreibt ein bekannter Journalist für einen anderen Autor. Aber in diesem Fall werden beide mit Namen erwähnt. Der häufigste Einsatz von Ghostwriting liegt in Autobiografien verschiedenster Personen. Hier schreibt der Ghostwriter über das Leben des Auftraggebers. In diesem Fall lernen sich der Auftraggeber und der Schreiber kennen, um die Autobiografie zu erstellen. Der Verdienst des Ghostwriters ist sehr unterschiedlich. Eine 100 seitige Arbeit kann aber schnell mehrere tausend Euro kosten. Falls das gewünschte Schriftstück schneller benötigt wird, dann wird häufig ein Expresszuschlag von bis zu 30% beaufschlagt. 

Ghostwriting

 

Wenn der Leistungsdruck zu groß wird

Heute hat man als Student immer weniger Zeit, sich Wissen anzueignen und muss dieses sehr schnell und detailliert wiedergeben. Der Leistungsdruck steigt von Jahr zu Jahr. Neben Klausuren müssen Studenten auch wissenschaftliche Arbeiten verfassen. Am Ende eines Studiums steht dann die Bachelorarbeit oder Masterarbeit an. Um dem Leistungsdruck gerecht zu werden, greifen Studierende immer häufiger auf Ghostwriter zurück.

Der Student/in beauftragt einen fremden Schreiber seine Arbeit zu erledigen. Dies erfolgt in den meisten Fällen anonym über seriöse, aber auch unseriöse Dienstleister. Der Student/in bezahlt die Agentur oder den einzelnen Schreiber für das Ghostwriting. Somit hat er/sie mehr Zeit sich auf andere Klausuren vorzubereiten und kann dadurch den Leistungsdruck verringern. 

Sobald die Arbeit abgeben ist, handelt es sich um einen Betrugsversuch und kann im schlimmsten Fall zur sofortigen Exmatrikulation führen. Die Ghostwriting-Agentur ist hingegen abgesichert, da die geschriebenen Texte meistens als Vorlagen verkauft werden und nicht als eigene Texte.

Auch die Politik bedient sich solcher Ghostwriter. Hier ist es häufig die fehlende Zeit von Politikern, ihre Redner Texte selber zu verfassen. Deshalb lassen sie ihre Reden von Ghostwritern schreiben, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben. Solche politische Ghostwriter genießen in ihrer Branche ein weitaus besseres Ansehen als normale Ghostwriting Agenturen, die im universitären Umfeld agieren. Neben den Reden werden zum Beispiel auch Twitter- und Facebook-Kanäle der Politiker von Ghostwritern gepflegt. Damit haben Politiker mehr Zeit sich um ihren Hauptberuf zu kümmern und ihre Botschaften werden von dem Ghostwriter über sozialen Netzwerke verteilt.

 

Rechtliche Situation beim Ghostwriting 

Nachdem eine wissenschaftliche Arbeit abgegeben wurde, muss der Schreiber eine eidesstattliche Erklärung abgeben, laut § 156 StGB. In diesem Paragrafen ist geschrieben, dass die Arbeit dem eigenen geistigen Eigentum angehört und kein anderer die Arbeit geschrieben hat. Bei Verstoß, kann der Schreiber laut § 267 StGB angeklagt werden. 267 StGB besagt, dass es sich um eine sogenannte schriftliche Lüge handelt. Ein derartiger Täuschungsversuch kann auch als Urkundenfälschung ausgelegt werden, da der vermeintlich falsche Aussteller nicht der gedankliche Eigentümer der Arbeit ist. 

Auch der Ghostwriter kann strafrechtliche Konsequenzen erwarten, falls man ihm nachweisen kann, dass es sich um die wissenschaftliche Arbeit eines anderen handelt. Solche strafrechtlichen Verfolgungen des Ghostwriters werden meistens vertraglich abgesichert. Das heißt, der Ghostwriter legt vertraglich fest, dass seine Schriftstücke nur als Vorlage dienen sollen und nicht eins zu eins kopiert werden dürfen.

Neben den rechtlichen Belangen, ist es auch ein Verstoß gegen die Prüfungs- und Promotionsordnung. Allgemein soll eine schriftliche Arbeit am Ende der Promotionszeit zeigen, was der Absolvent im Rahmen der akademischen Ausbildung erlernt hat. Die Arbeit soll zeigen, dass der Student in der Lage ist, eine formal korrekte Arbeit, mit einem wissenschaftlichen Ergebnis in einer gewissen Zeit zu erledigen. Wird die Arbeit über den Ghostwriter erledigt, kann nicht beurteilt werden, ob der Student/in die Fähigkeiten besitzt oder nicht. Daher wird durch die Prüfungsordnung eine solch nachgewiesene Ghostwriting Arbeit mit 5,0 bewertet und der Student/in hat die Arbeit nicht bestanden.

 

Fazit 

Ghostwriting selbst ist also legal. Im Rahmen einer Dienstleistung kann ein Auftragsschreiber einen Text erstellen. Die Nutzungsrechte werden über einen Vertrag an den Auftraggeber abgegeben. Deshalb ist es legal, das erstellte Dokument für sich zu nutzen. Es bleibt allerdings fraglich, ob sich das Risiko lohnt beim Betrugsversuch an der Uni erwischt zu werden. Fakt ist aber, dass durch eine zunehmende Verengung der Studienpläne immer mehr Studierende an ihre Grenzen stoßen und durch bestandene Ghostwriter Arbeiten das Problem verschärft wird. 

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