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Viele Bewerber haben Angst vor den berüchtigten Lücken in der Vita – doch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diese geschickt zu umschiffen.

Ein abgebrochenes Studium, eine längere Krankheit, familiäre Probleme während der Probezeit oder schlicht und einfach Pech bei der Jobsuche – es gibt die verschiedensten Dinge, die zu den allseits gefürchteten Lücken im Lebenslauf führen können. Bei den meisten Jobaspiranten sorgen diese Lücken für regelrechte Schweißausbrüche, denn schließlich möchte man sich ja mit einem perfekten Lebenslauf bewerben und nicht den kritischen und zum Teil sogar vorverurteilenden Fragen des Personalchefs ausgesetzt sein. Aber gibt es überhaupt irgendeine Möglichkeit, eventuelle Lücken in der Vita zu füllen, ohne dabei etwas zu verschweigen oder gar zu lügen und zu hoffen, dass der Betrug nicht auffällt?

 

 

Eine unvollständige Vita ist heutzutage keine Seltenheit mehr

Vorab sei gesagt, dass Lücken im Lebenslauf in der heutigen Zeit deutlich häufiger vorkommen, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Dass liegt vor allem daran, dass kaum ein Arbeitnehmer bis zur Rente bei ein und derselben Firma bleibt. Stattdessen gibt es befristete Arbeitsverträge, erzwungene Neuorientierungen, betriebsbedingte Kündigungen oder auch die gefürchtete Insolvenz des Unternehmens. Es ist also gar nicht so leicht, ohne Unterbrechung in der heutigen Arbeitswelt Fuß zu fassen – und das wissen mittlerweile auch viele Personalchefs. Hinzu kommt, wie du selber vielleicht auch weißt, dass viele Abiturienten heutzutage erst einmal die Welt sehen möchten, bevor der Ernst des Lebens so richtig losgeht. Dementsprechend bedeuten Lücken in der Vita auch nicht mehr automatisch, dass die Bewerbung mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt auf dem Absagestapel landet. Stattdessen erwarten die Recruiter eine gute und plausible Erklärung, wie die Lücken entstanden sind.

 

So kannst du die Lücken in deinem Lebenslauf überzeugend erklären

Bevor wir dir zeigen, wie du dem Personalchef die Lücken in deiner Vita plausibel darlegen kannst, gibt es eine Sache, die du auf jeden Fall bedenken solltest: Lügen geht gar nicht. Denn wenn du bei der Erstellung deines Lebenslaufes nicht ehrlich bist und der Schwindel auffliegt, bedeutet das im Normalfall die sofortige Kündigung, egal, ob nach einer Woche oder nach vielen Jahren. Stattdessen solltest du lieber versuchen, diese Lücken zu deinem Vorteil zu nutzen – und dass das funktionieren kann, zeigt ein aktueller Fall, über den die Karriere-Experten des Online-Magazins Handelsblatt vor kurzem berichtet haben. Am wichtigsten ist, dass du dem Recruiter offen und ehrlich erklärst, wie die Lücken in deinem Lebenslauf entstanden sind. Dazu gibt es praktischerweise gleich mehrere Optionen:

- Die Gründung einer Familie und die damit verbundene Elternzeit
- Die Pflege alter beziehungsweiser erkrankter Familienmitglieder
- Geplanter Auslandsaufenthalt, zum Beispiel in Verbindung mit dem Erlernen einer Fremdsprache
- Berufliche Umorientierung oder Umschulung
- Verschiedene Weiter- und Fortbildungen
- Eine unerwartet lange Bewerbungsphase
- Fokus auf soziales Engagement
- Planung und Vorbereitung einer Selbstständigkeit

Wenn du einen oder mehrere dieser Gründe in deiner Vita angibst, solltest du diese auf jeden Fall erklären beziehungsweise beweisen können, wenn dich der Personaler danach fragt. Dazu reichen in den meisten Fällen offizielle Dokumente, die klar belegen, dass du auch tatsächlich eine Weiterbildung erfolgreich durchgeführt oder dich im sozialen Bereich engagiert hast. Ebenso solltest du nicht davor zurückschrecken, eine vorübergehende Arbeitslosigkeit offen anzugeben, anstatt sie zu verschweigen. Das zeigt dem Recruiter nämlich, dass du ehrlich bist und trotz des Rückschlags zielstrebig an deiner Karriere gearbeitet hast.

 

 

Worst Case: Wie erklärt man eine Kündigung? 

Eine Kündigung wird auch heute noch häufig als persönliches Scheitern angesehen. Denn wer den Job verliert, weil er gefeuert wurde, kann schließlich kein guter und fleißiger Angestellter sein, oder? Falsch, denn tatsächlich werden die meisten Kündigungen betriebsbedingt ausgesprochen, beispielsweise durch den Konkurs des Unternehmens, einer Firmenfusion samt damit verbundenem Stellenabbau oder einer Umstrukturierung der Abteilung. Eine solche unverschuldete Kündigung kannst du problemlos in deiner Vita erwähnen, aber vergiss nicht, den genauen Grund dafür zu nennen. Und falls du selbstverschuldet entlassen wurdest, dann steh dazu. Denn zum einen lernt man bekanntlich aus seinen Fehlern und zum anderen hat jeder eine zweite Chance verdient – auch in den Augen der meisten Personalchefs.

 

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