STUDENTJOB
BLOG


​Artikel

Produktivität steigern als Student

Von Marius Krehback am 29-06-2018

Viele Studenten haben dasselbe Problem: Sie schieben ungeliebte Aufgaben wie eine Seminararbeit oder das Lernen für eine Prüfung solange auf, bis es beinahe zu spät ist. Anschließend müssen sie möglichst effizient vorgehen, um die Arbeitslast überhaupt noch in der vorgegebenen Zeit zu bewältigen. Doch die Steigerung deiner Produktivität bringt dir nicht nur als Student, der unter Prokrastination leidet, zahlreiche Vorteile: Sie macht dein Leben auch später im Beruf sowie im privaten Bereich leichter. Mehr Arbeit in weniger Zeit – das klingt nach einem geringeren Stresspegel in der Prüfungsphase, nach mehr Freizeit oder der Möglichkeit, neben dem Studium zu arbeiten. Es gibt viele Gründe, deine Produktivität zu steigern. Aber wie schaffst du mehr Arbeit in weniger Zeit? Tipps für mehr Arbeit in weniger Zeit: 

Das Problem mit der Prokrastination

Beinahe jeder Student dürfte sie kennen: die „Aufschieberitis“. Der Fachbegriff Prokrastination beschreibt ein extremes Aufschieben von Aufgaben, das sogar in einer regelrechten Arbeitsstörung münden kann. Die Arbeit wird dabei solange auf später verschoben, bis der Beginn unausweichlich ist, um überhaupt noch ein (zumindest mittelmäßiges) Ergebnis zu erreichen. Der Betroffene handelt also erst, wenn der Zeitdruck entsprechend hoch ist, und setzt sich dadurch selbst einem unnötigen Stress aus. Weiterhin kann sich die Prokrastination in einer häufigen Unterbrechung der Arbeit äußern. Du fängst vielleicht rechtzeitig mit dem Lernen an, lässt dich aber plötzlich durch einen Putzwahn, durch YouTube-Videos oder eine Party mit Freunden ablenken und kommst so trotzdem viel zu langsam voran – was wiederum Zeitdruck erwirkt. Dieser endet für den Betroffenen in der Regel in einem hohen Leidensdruck, der bis hin zu stressbedingten Erkrankungen wie Migräne, Schlafstörungen oder Depressionen führen kann. Die Prokrastination im Sinne des „Trödelns“ dürfte beinahe jeder Mensch kennen und ist ein vollkommen normales Phänomen.

Achtung: Nimmt sie hingegen belastende Ausmaße an oder du kannst einfach nicht gegen die „Aufschieberitis“ ankämpfen – bis hin zu einer vollkommenen Arbeits- beziehungsweise Lernblockade – solltest du dir professionelle Hilfe suchen, um die Ursachen ausfindig zu machen und Gegenstrategien zu entwickeln.

Was hilft gegen die Prokrastination als Produktivitätskiller?

Dieses Aufschieben von Arbeit oder deren häufige Unterbrechung sind die Produktivitätskiller Nummer eins, nicht nur im Studium. Handelt es sich nicht um eine krankhafte Prokrastination, sondern lediglich um ein wenig studentische Faulheit, können dir folgende Tipps dabei helfen, früher mit dem Lernen, mit der wissenschaftlichen Arbeit oder anderen Aufgaben zu beginnen:

  • Prokrastination ist häufig ein Zeichen mangelnder Motivation.  Finde also eine Motivation, um rechtzeitig mit der Arbeit zu beginnen. Gönn dir zum Beispiel nach jedem Meilenstein eine Belohnung. Leg beim Lernen vielleicht alle zwei Stunden eine Pause ein und sieh dir eine Folge deiner Lieblingsserie an oder halte dir nach fünf fleißigen Tagen das Wochenende für Spaß und Entspannung frei.

  • Eliminiere sämtliche Ablenkungen. Putz vorab, sodass du keine Ausrede für das Saubermachen als Verdrängungstätigkeit findest. Schalte den Internetzugang auf deinem Laptop aus, um nicht beim Online-Shopping, auf YouTube, Facebook & Co Ablenkung zu finden. Bitte deine Familie oder Mitbewohner, dich in den nächsten vier Stunden nicht zu stören. Schalte dein Smartphone aus. Solche Maßnahmen können bereits kleine Wunder bewirken, indem sie dir dabei helfen, dich auf die wesentliche Arbeit zu konzentrieren.

  • Reflektiere deine Arbeitsmoral. Fragen dich, was du erreichen möchtest und was du für diese Ziele tun musst. Viele Menschen lehnen ihre eigene Faulheit ab, machen sich diese aber nie bewusst. Allein das Bewusstsein darum, dass sie diszipliniert sein wollen, kann bereits genug Motivation darstellen, um endlich mit der eigentlichen Aufgabe zu beginnen. Eine solche Selbstreflexion kann weiterhin dabei helfen, die Ursachen deiner Prokrastination zu entlarven. Vielleicht hast du ja schlichtweg den falschen Studiengang gewählt und er macht dir keinen Spaß? Eventuell glaubst du von Vornherein nicht an deinen Erfolg, im Sinne von „Ich falle bei der Prüfung sowieso durch, wofür sollte ich dann lernen?!“. Oder du bist schlichtweg müde von der Party am Vortag.

  • Viele Menschen setzen sich zudem unrealistische Ziele und „erschlagen“ sich damit sozusagen selbst. Sie nehmen sich zum Beispiel nicht vor, vier Stunden am Tag effektiv zu lernen, sondern gleich zehn am Stück – und dementsprechend gering ist die Motivation. Setze dir daher realistische sowie erreichbare Ziele. So erntest du bereits nach kurzer Zeit erste Erfolgserlebnisse, welche wiederum deine Motivation und dein Selbstbewusstsein steigern.

Doch nicht nur der Beginn mit dem Lernen oder einer Hausarbeit fällt vielen Studenten schwer. Kaum haben sie angefangen, lassen sie sich immer wieder ablenken. Die Unterbrechungen senken die Produktivität, die Arbeit geht schleppend voran, fühlt sich mühsam an und verschlimmert die Prokrastination dadurch in einer Art Teufelskreis immer weiter.

Produktivität steigern durch die Eliminierung von Ablenkungen

Wie also schaffst du es, deine anstehenden Aufgaben unterbrechungsfrei und damit effizient zu erledigen, sobald du dich einmal überwinden und damit anfangen konntest? Beachte folgende Tipps, um deine Produktivität zu erhöhen – auch, aber nicht nur, als Student:

  • Arbeite an deinem Zeitmanagement: Tipps für ein besseres Zeitmanagement gibt es viele. Hierzu gehören beispielsweise das Eisenhower-Prinzip oder die ALPEN-Methode. Hier musst du schlussendlich die Strategie finden, welche für dich persönlich am besten funktioniert. Dennoch gibt es beim Zeitmanagement einige Grundregeln zu beachten: Dazu gehört beispielsweise, nicht jede freie Minute des Tages vollständig zu verplanen, sondern Pufferzeiten einzurechnen. Weiterhin solltest du die anstehende Aufgabe in Zeiträume einteilen.

  • Nutze die Pomodoro-Technik: Eine bewährte Methode zur sinnvollen Aufteilung von Arbeit in Zeiträume ist die sogenannte „Pomodoro-Technik“. Hierbei arbeitest du in Intervallen von jeweils 25 Minuten, um anschließend eine fünfminütige Pause einzulegen. Nach vier „Pomidori“ dauert diese Pause 30 Minuten. Trotz der scheinbar vielen Unterbrechungen, hilft diese Technik dabei, 25 Minuten konzentriert sowie ablenkungsfrei zu arbeiten. Zudem zwingt sie dich zu regelmäßigen Pausen, was ebenfalls die Produktivität erhöht. Die hohe Erfolgsquote dieser Strategie für mehr Effizienz macht einen Versuch allemal wert.

  • Setze die richtigen Prioritäten: Viele Studenten beginnen erst einmal mit den scheinbar einfachen oder beliebten Tätigkeiten und schieben die ungeliebten Aufgaben vor sich her. Genau das ist aber ein großer Fehler. Sortiere deine Arbeit nach ihrer Wichtigkeit und beginne stets mit den wichtigsten Tätigkeiten – egal, ob dir diese Spaß machen oder nicht. So arbeitest du diese nämlich in deiner noch fitten, konzentrierten und damit produktivsten Phase ab, hast ein Erfolgserlebnis und erhöhst dadurch deine Effizienz. Prioritäten sind das A und O der produktiven Arbeit.

  • Nutze die Vorteile des Homeoffice: Studierende haben gegenüber vielen Arbeitnehmer einen großen Vorteil, und zwar jenen des Homeoffice. Hier kannst du frei über deine Zeit verfügen, sämtliche Ablenkungen eliminieren oder sogar in der Nacht arbeiten, wenn du am Nachmittag lieber Fußball spielst oder einem anderen Hobby nachgehst. Du hast also die Chance, eine für dich optimale Work-Life-Balance zu kreieren. Nutze sie! Wenn du nämlich ausreichend Spaß sowie Auszeiten im Alltag hast, werden dir auch das Lernen, die Seminararbeit & Co leichter fallen.

  • Lasse bewusst den Gruppenzwang zu: Eine weitere Besonderheit im Bereich der Produktivität liegt bei Studenten in der Möglichkeit zur Lerngruppe. Es gibt Menschen, die besser und lieber alleine lernen. Wenn du aber große Probleme mit der Prokrastination oder mit einer geringen Produktivität aufgrund ständiger Unterbrechungen hast, kannst du dich bewusst dem Gruppenzwang aussetzen. Verabrede dich mit Kommilitonen und setzt euch jeweils Lernziele bis zum nächsten Termin.

Alles in allem gibt es also viele Möglichkeiten, um deine Produktivität als Student zu steigern und dadurch einen wichtigen Soft Skill für dein späteres Berufsleben zu erlernen. Denn in vielen Unternehmen wird Produktivität nach wie vor mit Leistung gleichgesetzt und wer am meisten leistet, verzeichnet bekanntlich auch in seiner Karriere die größten Erfolge. Je mehr Arbeit du also in weniger Zeit bewerkstelligst, umso ausgeglichener, erfolgreicher und zufriedener wirst du nicht nur während deines Studiums sein.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.


Kommentar hinzufügen