Lücken und abgebrochene Studiengänge im Lebenslauf - wie gehe ich damit um?

Von Britta Kiwit von Dein-Lebenslauf.com am 24-02-2017 0 Kommentare | 532 Views

Nach dem Abitur ein halbes Jahr lang nichts gemacht und das erste Studium war auch nicht das richtige. Wie bringe ich diese „Holpersteine“ richtig in den Lebenslauf mit ein?

Lücken im Lebenslauf

„Wer eine Lücke im Lebenslauf hat, erweckt das Misstrauen des Personalers und wirkt als nicht zielstrebig.“ Was lange Zeit als Schreckensbotschaft galt, ist zwar heute zum Teil noch richtig, aber längst nicht mehr so schlimm wie angenommen. Der Clou liegt wie immer im richtigen Umgang und der richtigen Beschreibung der Zeiträume beim beruflichen Werdegang.

Zunächst ist die wichtigste Frage: Was ist überhaupt eine Lücke? Eine Lücke ist jeder nicht erklärte Zeitraum, der länger anhält als drei Monate. Diese Angabe erklärt sich vor allem dadurch, dass die wenigsten von heute auf morgen direkt ihre Traumstelle antreten können und das in vielen Fällen gar nicht am Bewerber selbst liegt. Bis zu vier Wochen Wartezeit muss man einkalkulieren, um von den Arbeitgebern Rückmeldung zu bekommen zur eingesandten Bewerbung.

Bedeutet: Nicht erklärte Zeiträume von bis zu drei Monaten sind überhaupt gar kein Problem und für den Personaler logisch nachvollziehbar.

Wann muss ich eine Lücke im Lebenslauf erklären?

Wenn der Zeitraum der Job- oder Orientierungssuche länger andauert als ein paar Monate, ist es ratsam, diesen Zeitraum genauer zu erläutern. So kann die Bewerbungsphase zum Beispiel mit folgenden Beispielen umschrieben werden:

  • „Aktive Bewerbungsphase“
  • „Berufliche Orientierungsphase“
  • „Auf der Suche nach einem Einstieg im Bereich xy“

Solange ein Bewerber parallel gearbeitet hat, zum Beispiel bei einem Aushilfsjob im Lager, in der Buchhaltung im Familienbetrieb oder auch an der Kasse einer Supermarktkette, sollte diese Berufserfahrung auf jeden Fall auch mitangegeben werden, zum Beispiel wie folgt:

  • „Berufliche Orientierungsphase, parallel: Nebenjob bei Edeka“
  • „Bewerbungsphase, parallel: Ehrenamtliches Engagement im Seniorenzentrum xy“

Dies symbolisiert vor allem, dass man nicht nur „auf der faulen Haut“ lag, sondern sich parallel engagiert hat. Wichtig ist, dass das Ganze nicht zu ausführlich beschrieben wird, denn im Mittelpunkt steht weiterhin der bisherige Werdegang und die Schulabschlüsse.

Wie erkläre ich Studienwechsel?

Es ist keine Seltenheit, dass ein Student nach dem ersten oder zweiten Semester feststellt, dass der gewählte Studiengang wirklich überhaupt nicht den Erwartungen entspricht. Wenn du also immer Tierarzt werden wolltest, jedoch im 2.Semester feststellst, dass dir Veterinärmedizin viel zu trocken erscheint und keinen Spaß macht, dann ist es nicht verwerflich über einen Studienwechsel nachzudenken.

Wenn man den Wechsel gut begründet oder einfach sachlich erklärt, kann er vom Personaler sogar positiv ausgelegt werden: Wenn ein Bewerber sich bereits früh gegen sein Jura-Studium entscheidet und sich doch eher in der Medienbranche sieht dann weiß er, was er beruflich möchte und hat Mut gezeigt, Entscheidungen zu fällen.

Den Zeitraum zwischen den Studiengängen kann man treffend als „Berufliche Neuorientierung“ beschreiben und zum Beispiel auf folgende Formulierung zurückgreifen:

  • „BWL-Studium, Wechsel nach 2 Semestern, um Studiengang zu ändern“
  • „Jura-Studium, ohne Abschluss durch nahtlosen Wechsel zu Bio-Chemie durch geänderte Interessen“

Fazit: Den perfekten Lebenslauf gibt es nicht

Auch wenn es den Bewerbern im ersten Moment schwerfällt, die vermeintliche Lücke oder Abbrüche im Lebenslauf zu erklären: Den perfekten beruflichen Werdegang gibt es in den meisten Fällen gar nicht und wird vor allem auch von den Personalern gar nicht gewünscht.

Es sind in manchen Fällen sogar die Ecken und Kanten, die einem Bewerber das besondere Etwas verleihen, solange die Stationen nur ehrlich und gut umschrieben sind.




Britta Kiwit, 28, Mitgründerin von dem Bewerbungsservice Dein-Lebenslauf.com.

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