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Vorbereitung auf die Fragen im Bewerbungsgespräch

Tipps zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch, Fragen im Bewerbungsgespräch

Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung für ein Bewerbungsgespräch sind die möglichen Interviewfragen. Falls du bereits einige Bewerbungsgespräche hattest, sind dir bestimmt die Standardfragen wie z.B. “Was sind Ihre Stärken und Schwächen?” oder “Erzählen Sie von sich” aufgefallen. Gerade diese Fragen kann man super vorbereiten. Ein Bewerbungsgespräch solltest du jedoch nicht als “Verhör” betrachten, sondern vielmehr als Möglichkeit selbst Fragen zu stellen und zu schauen, ob du dir vorstellen kannst, für dieses Unternehmen tätig zu werden. Doch nicht alle Fragen werden leicht zu beantworten sein. Heutzutage werden vermehrt Brain Teaser bzw. Spontanitäts- und Stressfragen in einem Bewerbungsgespräch eingesetzt, um den Bewerbern auf den Zahn zu fühlen. Bei vielen dieser Fragen gibt es weder Richtig noch Falsch, es geht lediglich um deine Reaktion. Vergiss jedoch nicht, dass neben dem Inhalt auch deine Körpersprache d.h. deine Mimik, und Gestik eine wichtig Rolle spielen. Im folgenden findest du ein paar Beispielfragen und Antworten, sozusagen die Klassiker eines Vorstellungsgesprächs.

Fragen im Bewerbungsgespräch Fragen im Bewerbungsgespräch Fragen im Bewerbungsgespräch Beispielfrage 1: Erzählen Sie von sich!

Diese Frage wird dir meist zu Beginn des Gesprächs gestellt. Hierbei ist es wichtig, dass du nicht deinen kompletten Lebenslauf darstellst, sondern nur die wichtigsten Etappen. Ein guter Weg diese Frage strukturiert zu beantworten, ist z.B. mit deiner aktuellen Situation zu beginnen, d.h. in welchem Lebensabschnitt du dich befindest, dann zu deinem bisherigen Bildungsweg zu sprechen und zu guter letzt einen Ausblick in die Zukunft zu geben d.h. zu erläutern, warum du dich sehr über die Möglichkeit freuen würdest, in diesem Unternehmen arbeiten zu können. Es ist völlig legitim ein paar Notizen mit den wichtigsten Punkten vor sich liegen zu haben, sodass du nicht den roten Faden während deiner Ausführungen verlierst.


Beispielfrage 2: Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Diese Frage klingt zunächst einfach ist aber teilweise sehr knifflig. Einerseits möchte man nicht zu überheblich klingen und die Stärken in einer glaubwürdigen Weise darstellen. Andererseits möchte man mögliche Schwächen nicht unbedingt preisgeben, dabei ist es völlig menschlich und macht sympathisch, wenn man diese zugeben kann.

Um deine Stärken zu erkennen, kannst du entweder dich selbst oder dir nahestehende Personen nach bestimmten Situationen fragen, die du außerordentlich gut gemeistert hast. Diese Situationen können auch gleich als Beispiel dienen und verleihen deinen Aussagen mehr Glaubwürdigkeit. Stärken, die gerne genannt werden sind z.B. Zielstrebigkeit, Ehrgeiz, Teamfähigkeit, Organisationstalent, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und weitere.

Schwächen wie die berühmt berüchtigte “Perfektionismus-Krankheit” wurden den Personalern schon so oft vorgetragen und hinterlassen schon lange keinen positiven Eindruck mehr. Ein möglicher Weg diese Frage gekonnt zu beantworten ist einige Schwächen zu nennen, die keine Auswirkungen auf deine Leistung in diesem Job haben werden. Ein Beispiel: du bewirbst dich für einen Nebenjob im Verwaltungsbereich einer kleinen Firma und nennst als Schwäche, dass Präsentationen vor großen Gruppen Unbehagen in dir auslösen. Dies wird dir natürlich niemand übel nehmen, denn für diesen Job wirst du keine großen Präsentationen halten müssen. Von Personalern wird auch gerne gesehen, wenn sich der Bewerber seiner Schwäche bewusst ist und an dieser arbeitet. So kannst du dem vorhergehenden Beispiel noch anfügen, dass du z.B. einen Rhetorik- bzw. Präsentationsworkshop deiner Universität wahrgenommen hast, um deine Fertigkeiten zu trainieren. Generell sollten deine genannten Schwächen dennoch etwas mit dem Arbeitsbereich des Unternehmens zu tun haben, denn ob du als Aushilfe im Einzelhandel nun einen kaputten Reifen reparieren oder gut kochen kannst, ist für den Personaler sicherlich nicht von Interesse.


Beispielfrage 3: Warum möchten Sie gerade in unserem Unternehmen arbeiten?

An dieser Stelle kannst du beweisen, was du bereits über die Firma weist und dieses Wissen mit deinem Enthusiasmus für die Stelle zum Ausdruck bringen. Im folgenden Abschnitt haben wir eine kleine Liste für gut kombinierte Antworten zusammengestellt:

  1. Nenne eine Unternehmensaktivität, die dich nachhaltig beeindruckt hat
  2. Nenne besondere Fähigkeiten, die besonders in diesem Unternehmen genutzt und weiterentwickelt werden, welche dich sehr interessieren
  3. Erzähle von deiner Begeisterung für einen bestimmten Bereich
  4. Vielleicht kennst du auch schon jemanden, der in diesem Unternehmen arbeitet, der dir interessante Einblicke in den Arbeitsalltag dieses Unternehmens gegeben hat (natürlich nur wenn du wirklich jemanden kennst)

Ein absolutes No-Go ist nicht zu wissen, warum du eigentlich für dieses Unternehmen arbeiten willst. Antworten wie “Ich suche einen gut bezahlten Job” oder “Ich habe mich einfach mal beworben” zeigen wegen Enthusiasmus noch Interesse am Unternehmen und an der Position.


Beispielfrage 4: Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?

Aus dem Text der Stellenanzeige sollte bereits klar hervorgehen, nach welchen Fähigkeiten in diesem Job gesucht werden. Wähle dir die wichtigsten aus und gebe konkrete Informationen, inwiefern du diese geforderten Fähigkeiten mitbringst und wie du diese in bestimmten Situationen bereits angewendet hast. Zudem solltest du dem Personaler zeigen können, was du zum Unternehmen beitragen kannst d.h. eventuelle Ideen und spezielle Fähigkeiten von denen sie profitieren könnten. Damit kannst du Kreativität und Eigeninitiative zeigen.


Beispielfrage 5: Wie sieht Ihr ideales Arbeitsumfeld aus?

Für die Beantwortung dieser Frage solltest du Folgendes in Betracht ziehen:

  1. Bevorzugst du es im Team oder lieber alleine zu arbeiten? Vielleicht gibt es bestimmte Aufgaben, die man gut alleine lösen kann und andere für die Input anderer Teammitglieder sinnvoll ist.
  2. Bist du am produktivsten in einem ruhigen oder in einem belebten Umfeld?
  3. Brauchst du jemanden der dir genaue Anweisungen gibt und dir alles erklärt, oder möchtest du Probleme zuerst selbst in Angriff nehmen und bei Bedarf nach Hilfe fragen?

Gerade bei dieser Art von Fragen solltest du wieder so ehrlich wie möglich antworten. Wenn du schon während des Gesprächs vermutest, dass das Arbeitsklima sehr ruhig und konzentriert ist, solltest du nicht lügen, falls du es lieber belebter bevorzugst.


Beispielfrage 6: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Dies ist eine sehr schwierige Frage, gerade wenn du noch studierst oder gerade erst den Abschluss in der Tasche hast und noch nicht genau weißt, welchen Weg du einschlagen möchtest. Du weißt nicht wie du diese Frage am besten beantwortet solltest? Wähle eine Antwort, die nicht zu spezifisch ist, die aber dennoch zeigt, dass du ambitioniert bist.

Anstelle von “In 5 Jahren möchte ich in der Funktion eines Marketing Managers einer großen multinationalen Firma arbeiten, in Berlin mit XYZ zusammen mit zwei Kindern und einem Hund in einem großen Haus mit Pool leben.” kannst du z.B. antworten “In 5 Jahren möchte ich mir weitere Kenntnisse im Bereich XYZ angeeignet haben, welche ich besonders im Bereich X einsetzen werden kann. Ich habe das Gefühl, dass ich diese Kenntnisse besonders in Ihrem Unternehmen entwickeln kann und bin daher sehr interessiert an der Stelle.”


Beispielfrage 7: Warum haben Sie aufgehört für Ihren damaligen Arbeitgeber zu arbeiten?

Diese Frage wird dir gestellt, um herauszufinden wie zu 1. mit schwierigen Situationen umgehst und 2. ob du im Guten gegangen bist. Manchmal gibt man einen Job auf, weil man nach einer bestimmten Zeit merkt, dass man neue Herausforderungen braucht oder in einem anderen Bereich arbeiten möchte. Das ist absolut legitim. Wichtig bei der Beantwortung dieser Frage ist auf jeden Fall eine glaubwürdige aber auch positive Antwort zu geben und nicht in eine “Opferrolle” zu fallen.

Wenn es “böses Blut” zwischen dir und deinem alten Arbeitgeber gab, dann werden dir wahrscheinlich alle negativen Aspekte deines vorherigen Jobs einfallen, die du ausführlich erläutern kannst. Ein absolutes No-Go! Denn wenn du im Interview Schlechtes von deinem früheren Arbeitgeber erzählst, zeigt dies, dass dies eventuell wieder passieren kann. Potentielle Arbeitgeber sollten zumindest ein gewisses Maß an Loyalität erkennen könne. Um die Frage geschickt zu beantworten, solltest du dich auf die Dinge zu du an deinem alten Arbeitsplatz gelernt hast und auf welche du sehr stolz bist fokussieren. Im Anschluss kannst du erwähnen, was dir bei der vorherigen Arbeitsstelle gefehlt hat z.B. ein varierteres Aufgabenfeld oder geregeltere Arbeitszeiten und dass du hoffst, dass diese Faktoren gerade bei dem neuen Arbeitgeber berücksichtigt werden.

Eine Beispielantwort könnte deshalb wie folgt aussehen: In meinem vorherigen Job habe ich in einem tollen, dynamischen Team gearbeitet und konnte sehr viel für Sales und Kundenservice lernen. Stolz bin ich vor allem auf das konstante Erreichen der vorgegeben Ziele. Aufgrund des langen Arbeitsweges und der unregelmäßigen Arbeitszeiten, konnte ich diesen Job zeitlich nicht länger mit meinem Studium vereinbaren. Dennoch möchte ich bald wieder im Sales Bereich tätig werden, möglichst in der Nähe zu meinem Wohnort und festen Arbeitszeiten, da ich dies als große Chance und nächsten Schritt in meinem beruflichen Werdegang ansehe.


untypisch Fragen im Bewerbungsgespräch

Neben den klassischen Fragen zu dir und deinem Lebenslauf gibt es auch noch Stressfragen und Brainteaser, bei denen du dich beweisen sollst. Brainteaser werden vor allem bei großen Consultingfirmen und Investmentbanken im Interview genutzt. Auch hier gibt es oftmals kein Richtig oder Falsch, denn der Personaler möchte sehen, wie du z.B. an eine Problemstellung heran gehst und wie du zu einer Lösung gelangst. Das heißt diese Aufgaben testen nicht nur deine Problemlösungsfähigkeiten, sondern auch logisches Denken, Kreativität und deine Auffassungsgabe. Wenn dir eine ähnliche Frage im Gespräch begegnet, dann ist es wichtig Ruhe zu bewahren und daran zu denken, dass keine Frage unlösbar ist. Hier ein paar Tipps wie du knifflige Fragen lösen kannst:

  1. Auch wenn die Frage zu Beginn unlösbar scheint: lass dich niemals von der Komplexität, die dir die Aufgabe vorgaukelt, erdrücken. Jede Frage kann man beantworten, wenn auch auf seine eigene Art.
  2. Filter zuerst die wesentlichen Informationen aus der Aufgabenstellung heraus und konzentriere dich auf diese.
  3. Gehe analytisch vor, manchmal kann auch eine Skizze oder eine bildliche Vorstellung helfen, das Problem zu lösen.
  4. Manchmal können Hypothesen helfen, Annahmen zu überprüfen und zum Ziel zu gelangen.
  5. Dokumentiere deine Lösungsweg und teile deine Zwischenergebnisse dem Interviewer mit, somit kannst du für dich und für den Personaler alles verständlich darstellen.
  6. Ganz wichtig: bei Unklarheiten – Nachfragen!
  7. Gib nicht zu früh auf und sehe den Brainteaser als spannende Herausforderung an.
  8. Falls du eine Aufgabe bekommst, deren Lösung du bereits kennst: sei ruhig ehrlich und lass dir eine neue geben, denn Musterlösungen vorzutragen zeugt zwar von guter Vorbereitung aber nicht von Problemlösungsfähigkeiten.

untypisch Fragen im Bewerbungsgespräch

Der aktive Fragenteil des Personalers neigt sich gerade dem Ende zu und die letzte Frage “Haben Sie noch Fragen an mich” wird dir gestellt - dann sollte deine Antwort definitiv JA! lauten. Nutze diese einmalige Chance, denn das zeigt dem Interviewer nicht nur, dass du dich gut auf das Gespräch vorbereitet hast, sondern auch, dass du echtes Interesse an der Stelle und dem Unternehmen hast. Je nach Tiefgründigkeit und Cleverness deiner Fragen, kannst du viel mehr über das Unternehmen und deinen vielleicht zukünftigen Arbeitsplatz herausfinden.

Falls du vom Personaler nicht explizit nach deinen Vorstellungen zu Gehalt und anderen Zusatzleistungen gefragt wirst, solltest du dies nicht direkt im ersten Interview ansprechen. Im Bewerbungsprozess wird es immer noch genug Zeit geben, über diese wichtigen Details der Position zu verhandeln. Du brauchst Tipps um deinem Wunschgehalt näher zu kommen? Lies dir jetzt unseren Guide zum Thema Gehaltsverhandlungen: in 5 Schritten zum passenden Gehalt durch.

Das Bewerbungsgespräch abschließen

Wenn du alle Fragen erfolgreich beantwortet hast und selbst noch ein paar Einblicke gewinnen konntest, kannst du den Abschluss des Gespräches nutzen, um zu erfahren, welche weiteren Schritte es im Bewerbungsprozess gibt und wann du mit einer Entscheidung rechnen kannst. Eventuell wirst du noch zu einem zweiten Gespräch oder einem Test mit einer Fallstudie eingeladen werden, weshalb es für deine eigene Planung wichtig ist, dies vorher zu erfragen.


Du hast ein Bewerbungsgespräch schon erfolgreich gemeistert und deinen ersten Arbeitsvertrag in der Hand? Lies dir jetzt unsere Tipps zur ersten Arbeitswoche durch.


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