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Abschlussarbeit aufwerten: So kannst und solltest du Bilder einbinden

Von Dennis B. am 15-07-2018

Die Abschlussarbeit ist die letzte große Hürde zwischen dir und deinem Bachelor- oder Master-Titel. Du hast erfolgreich alle Prüfungen bestanden und bereits einige wissenschaftliche Arbeiten verfasst. Klar, dass jetzt auch noch die Abschlussarbeit gut werden soll und mit deiner gesammelten Erfahrung dürfte die Anfertigung eigentlich ein Kinderspiel werden. Doch Vorsicht: Die Einbindung von Bildern kann und sollte deine Arbeit zwar aufwerten, jedoch lauert hier die ein oder andere rechtliche Falle. Schlimmstenfalls riskierst du dadurch eine teure Abmahnung oder sogar das Durchfallen aufgrund einer Verletzung der Formalien. Zwar handelt es sich dabei um Worst-Case-Szenarien, doch sicher ist sicher. Es folgen daher die wertvollsten Informationen sowie Tipps zum Thema Bildeinbindung in der Abschlussarbeit, sodass auch du auf Nummer sicher gehen kannst und hoffentlich mit einer Bestnote bestehst. Los geht’s!

Erst einmal zum grundlegenden Problem: Jedes Bild unterliegt sogenannten Bildrechten. Hierzu gehören einerseits die Urheberrechte des Fotografen an seinem Werk, andererseits aber auch dessen Recht auf Namensnennung sowie die Nutzungsrechte auf Veröffentlichung, Bearbeitung und Verwertung des Werkes. Kurz gesagt, du darfst also nicht jedes Bild einfach für deine Abschlussarbeit verwenden oder sogar kommerziell verwerten – weder die Urlaubsfotografie deiner Eltern noch das Internetbild aus deiner Suchmaschinenrecherche. Leider machen viele Studierende den Fehler, ihre Abschlussarbeit durch die Einbindung von Bildern aufwerten zu wollen. Prinzipiell ist das eine gute Idee, jedoch müssen die Bilder einen echten Mehrwert bieten und rechtlich einwandfrei eingebunden werden. Sie dürfen also keine Bildrechte verletzen und sollten zudem nützliche Informationen liefern. Das Bild von einem Palmenstrand in der Karibik sieht zwar schön aus, wird den Korrektor aber eher verwirren als zu einer besseren Note verleiten. Wie also wählst du passende Bilder aus und bindest diese richtig in deine Abschlussarbeit ein?

Leitfaden der Universität beziehungsweise Hochschule als Orientierung

Prinzipiell sind die Richtlinien zur Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit zwar überall dieselben, dennoch kann es kleine hochschulspezifische Unterschiede geben. Aus diesem Grund besitzt normalerweise jede Hochschule und Universität einen eigenen Leitfaden zum Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten. Diesen erhältst du in der Regel in den ersten Semestern, denn er gilt für sämtliche wissenschaftliche Hausarbeiten, Semesterarbeiten und eben auch die Abschlussarbeit im Rahmen deines Studiums. Prinzipiell ist es durchaus zulässig, fremde Bilder – beispielsweise aus dem Internet – in deine Abschlussarbeit einzufügen. Allerdings müssen diese unbedingt ordentlich zitiert sein. Das ist sowohl notwendig, um die für die Abschlussarbeit gültigen Formalien einzuhalten und keine Plagiatsvorwürfe zu riskieren, als auch für die Wahrung der bestehenden Bildrechte. Klingt kompliziert? Ist es leider auch!

Exkurs: Das Thema Bildrechte schlägt große Wellen

Noch vor wenigen Jahren sind nur wenige Menschen mit dem Thema Bildrechte in Berührung gekommen, die Verleger von Magazinen beispielsweise. Durch das World Wide Web werden Bilder in großer Anzahl aber plötzlich für jeden zugänglich und es braucht nur einen Klick, schon wurden sie auf sozialen Netzwerken geteilt und verbreiten sich viral. Ob dafür die entsprechenden Urheberrechte vorliegen, ist den meisten Usern dabei egal. Sollte es aber nicht, denn sie riskieren durch die Verletzung der Bildrechte Abmahnungen im vier- bis fünfstelligen Bereich. Selbiges gilt bei wissenschaftlichen Abschlussarbeiten. Zuerst werden diese zwar nur von wenigen Korrektoren und Professoren gesichtet, jedoch folgt häufig deren kommerzielle Verwertung oder zumindest Veröffentlichung über das World Wide Web – und damit auch der eingebundenen Bilder. Spätestens jetzt dürfte es für die Urheber interessant werden, ihre Bildrechte zu verteidigen und schon flattert eine Abmahnung in den Briefkasten. Gewiss möchtest du das vermeiden und damit bist du nicht alleine. Immer mehr Studierende sind verunsichert: Darf ich fremde Bilder in meine Abschlussarbeit einbinden und wenn ja, wie?

Auch Bilder müssen richtig zitiert werden

Die gute Nachricht lautet: Ja, prinzipiell darfst du fremde Bilder sowie Grafiken in deiner wissenschaftlichen Arbeit verwenden. Sie gelten dann, ebenso wie fremde Textpassagen, als Zitat und müssen entsprechend gekennzeichnet werden. Du musst also die passenden Bildnachweise sowie Quellenangaben in deine Abschlussarbeit einfügen. Manchmal können Grafiken und Bilder ein schönes Element sein, um den Fließtext optisch gliedern und tiefergehende Informationen zu liefern oder die geschilderten Aspekte bildlich darzustellen. Jedoch sollte dieser Schritt gut überlegt und gegebenenfalls mit dem betreuenden Professor abgesprochen sein. Häufiger und üblicher ist nämlich das Einfügen der Bilder sowie Grafiken in den Anhang der wissenschaftlichen Arbeit. Im Fließtext selbst ist anschließend nur die betreffende Nummerierung als Verweis auf den Anhang zu finden. Dadurch hast du weiterhin den Vorteil, mehrmals in deiner wissenschaftlichen Arbeit auf dieselbe Grafik verweisen zu können. Dies macht deutlich: Bilder sind in wissenschaftlichen Arbeiten keine Gestaltungselemente, sondern müssen konkrete (weiterführende) Informationen oder Ergänzungen liefern. Häufig handelt es sich dabei also nicht um Bilder im Sinne einer Fotografie, sondern eher um Grafiken oder Abbildungen, welche du beispielsweise im Zuge deiner Recherche im Internet oder in einem Buch gefunden hast. Auch diese gelten rechtlich gesehen als Bilder und müssen demnach korrekt zitiert werden. Aber wie?

Um ein Bild korrekt zu zitieren, hast du prinzipiell zwei Möglichkeiten:

  1. Erst Nummerierung und Titel, anschließend die Grafik und zuletzt die Quelle.

  2. Erst Bild beziehungsweise Grafik und darunter sämtliche Informationen.

Konkrete Beispiele zum Abbildungsverzeichnis sowie den korrekten Quellenangaben solltest du ebenfalls im hochschuleigenen Leitfaden für wissenschaftliche Arbeiten finden. Wichtig ist, dass du alle Bilder beziehungsweise Grafiken und Abbildungen in deiner Abschlussarbeit gleichbleibend zitierst und dich für eine Form der Quellenangabe entscheidest. Welche der beiden Optionen das ist, steht dir prinzipiell frei, wenn an deiner Universität keine abweichenden Regelungen festgelegt wurden.

Bildquellen haben im Literaturverzeichnis nichts verloren

Wie bei Quellen im Fließtext auch, musst du anschließend noch die vollständigen Informationen zur Bildquelle bereitstellen. Allerdings kommen diese nicht in das Literaturverzeichnis – auch dann nicht, wenn du die Grafik aus einem Buch oder anderen literarischen Werken übernimmst. Stattdessen werden Bilder und Grafiken als Abbildungen behandelt und dementsprechend im Abbildungsverzeichnis aufgeführt. Wie genau diese Quellenangabe aussieht, hängt dabei vom jeweiligen Bildtyp ab. In der Regel wird der Titel, Ort, Verlag und das Jahr der jeweiligen Grafik angegeben. Doch was, wenn du diese im Internet gefunden hast? Erst einmal solltest du dann die Seriosität der Grafik überprüfen. Hat sie wissenschaftlichen Bestand und ist damit für deine Abschlussarbeit geeignet, musst du unbedingt die vollständige URL sowie das Datum der Grafik in das Abbildungsverzeichnis aufnehmen. Handelt es sich hingegen tatsächlich um eine Fotografie, muss unbedingt der Name des Urhebers aufgeführt werden. Ansonsten verletzt du dessen Rechte auf Namensnennung. Üblich ist weiterhin die Angabe des Titels, Jahres, Mediums und Ortes der Fotografie. Ist keine Jahresangabe verfügbar, vermerkst du den Zusatz „o.J.“. Bei Bildern aus dem Internet dürfen ebenfalls die URL sowie deren Abrufdatum nicht im Abbildungsverzeichnis fehlen.

Fazit: Lohnt sich der Aufwand mit den Bildern in der Abschlussarbeit?

Wenn dir das alles nun zu kompliziert klingt, du dich überfordert fühlst und am liebsten das Handtuch werfen würdest, atme noch einmal tief durch. Genau genommen unterscheiden sich die Quellenangaben für Bilder und Grafiken in der Abschlussarbeit nur minimal von den Richtlinien für Quellenangaben im Fließtext. Und der Aufwand lohnt sich, denn Abbildungen werten deine Abschlussarbeit auf. Sie können durchaus zu einer besseren Note führen. Das Fazit lautet also: Ja, du solltest Bilder in deine Abschlussarbeit einbinden, aber bestenfalls handelt es sich dabei um eigens erstellte Grafiken sowie Abbildungen. Das schindet nicht nur Eindruck, sondern du bist zugleich selbst der Urheber und damit rechtlich auf der sicheren Seite. Ist das allerdings nicht möglich oder du möchtest zusätzlich noch fremde Quellen verwenden, musst du schlussendlich „nur“ richtig zitieren. Somit hast du auch keine Konsequenzen wie eine teure Abmahnung zu befürchten.

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